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Sächsische Schweiz

Ein Toter, drei Schwerverletzte bei Wirbelsturm in Touristen-Hochburg – Wald gesperrt

Eine lokale Gewitterzelle über dem Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz sorgte für Verwüstung. Was bisher bekannt ist.

3 Min
Bergwacht und Rettugskräfte bargen am Freitagabend ein Dutzend Verletzte und einen Toten in Rathen

Bergwacht und Rettugskräfte bargen am Freitagabend ein Dutzend Verletzte und einen Toten in Rathen

© Marko Förster

Ein Toter, drei Schwerverletzte und zehn weitere Verletzte: Das ist die Bilanz eines schweren Unwetters am Freitagabend. Es traf den beliebtesten Kurort der Sächsischen Schweiz, Rathen.

Eine Buche begräbt nach Angaben der Rettungsleitstelle einen 28-jährigen Mann unter sich. Zehn Menschen seien ambulant versorgt und 40 Menschen seien evakuiert worden, bestätigt auch Landrat Michael Geisler (CDU) der OAZ.

Das Unglück ereignete sich nahe der Felsenbühne, einem Naturtheater oberhalb von Rathen. Dort stand am Abend eigentlich das Musical „Der kleine Horrorladen“ auf dem Programm – es wurde abgesagt. Der Leiter des Spielbetriebs, Johannes Gärtner, sagte die kommenden Vorstellungen ab. „Ich habe den Spielbetrieb bis Montag abgesagt“, sagte Gärtner der dpa. Die Bühne sei durch den Sturm ebenfalls beschädigt worden.

Der Sturm schlug eine regelrechte Schneise in den Wald.

Der Sturm schlug eine regelrechte Schneise in den Wald.

© Marko Förster

Rund um den Aufstieg zur Felsenbühne, also entlang des Amselsees und auch der Schwedenlöcher, die zur Bastei führen, fegte ein Sturm Bäume um wie Streichhölzer.

Hubschrauber sucht nach Vermissten

Zunächst wurde nach Vermissten gesucht. Die Einsatzkräfte vermuteten, dass Menschen von Bäumen eingeschlossen waren. Das Gelände dort ist felsig. „Es ist vor Ort sehr unübersichtlich“, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Dunkelheit erschwerte die Arbeit der Einsatzkräfte. Ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera suchte das Gelände ab.

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Auch die Bergwacht war im Einsatz und suchte mit einem Drohnenteam des Deutschen Roten Kreuzes nach Menschen. „Es scheint eine sehr lokal begrenzte und sehr starke Unwetterzelle gewesen zu sein“, so der Sprecher der Bergwacht, Kai Kranich.

Der idyllische Amselsee ist verwüstet, der Kanuverleih geschlossen.

Der idyllische Amselsee ist verwüstet, der Kanuverleih geschlossen.

© Sachsenforst

Waldbetretungsverbot

Der Sachsenforst hat „ab sofort ein striktes Betretungsverbot für die betroffenen Waldgebiete rund um den Amselgrund zwischen Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal ausgesprochen. Eine genaue Einschätzung des Gesamtausmaßes ist derzeit noch nicht möglich, da viele Waldwege durch umgestürzte Bäume komplett blockiert sind. Neben entwurzelten und gebrochenen Bäumen stellen auch angebrochene, lose Äste in den Baumkronen sowie stark geneigte und instabile Bäume eine unberechenbare Gefahr dar. Es besteht akute Lebensgefahr“, so eine Sprecherin des Staatsbetriebes weiter.

Des weitern kann es Einschränkungen im Fährbetrieb zwischen den beiden Elbseiten von Rathen und bei der Auffahrt zur Bastei geben, warnt Geisler. Er bittet Touristen und Ausflügler, sich am Samstag und Sonntag andere Wanderziele in der Sächsischen Schweiz zu suchen.

Unter eingestürzten Bäumen wurden Menschen begraben, ein Mann starb.

Unter eingestürzten Bäumen wurden Menschen begraben, ein Mann starb.

© Marko Förster

Warnung vor Gewittern

Der Deutsche Wetterdienst hatte für weite Teile Sachsens vor starken Gewittern gewarnt. Dabei könne es unter anderem zu Blitzschlag kommen, es könnten Bäume umstürzen und Gegenstände herabfallen. Die Warnung galt auch für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, wo Rathen liegt. Weite Teile des Landkreises erlebten jedoch nur einen kurzen Schauer und stärkeren Wind.

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