Wie sich herausstellte, handelte es sich um Arkadi Litwan, Vorsteher der jüdischen Gemeinde von Odessa, und seine Gattin Alla. Sie wollten in Berlin bleiben, baten um Hilfe und erzählten, sie seien nicht die Einzigen mit solchen Wünschen. Noch gänzlich ahnungslos fragte Peter Fischer, wie viele Mitglieder die Odessaer Gemeinde denn habe. 150.000, lautete die Antwort. Um diese Zeit zählten die sieben jüdischen Gemeinden in der gesamten DDR 405 Mitglieder. Peter Fischer versorgte die Litwans mit Adressen und rief Hans Modrow an, zu diesem Zeitpunkt Ministerpräsident der DDR. Sie waren sich einig: „Da geht was los.“
Zentralrat für alle
Das bewegte Jahr 1990: Wie Juden in Ost und West zusammenfanden
Tausende Juden kamen aus der Sowjetunion, die letzten DDR-Regierungen korrigierten alte Fehler und die DDR überwies erstmals 6,1 Millionen „harte“ D-Mark für die Opfer des Holocaust in Israel.
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Am 10. November 1988 wurde symbolisch der Grundstein für den Wiederaufbau der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße gelegt. Erich Honecker, Staatsratsvorsitzender und Generalsekretär der SED, nahm teil. Dieser Akt stand symbolisch auch für das wachsende Interesse der DDR-Führung an Kontakten zum Judentum.
© dpa/ADN-Zentralbild
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