Atomkraftwerk

Niedrigwasser in der Donau: Rumänien sprengt Felsen mit 180 Kilogramm Sprengstoff

Rumänien will mehr Wasser in Richtung des Kernkraftwerks Cernavodă lenken. Dazu setzt das Militär Sprengstoff an einem Felsen ein.

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Das rumänische Militär setzte Sprengstoff in der Donau ein.

Das rumänische Militär setzte Sprengstoff in der Donau ein.

© Vadim Ghirda/AP/dpa

Das rumänische Militär hat am Montag Teile des Felsens Pârjoaia im Bett eines Donau-Arms gesprengt, wie Euronews Romania berichtet. Ziel der Aktion ist es, den Wasserfluss umzuleiten und so die Wasserversorgung des Kernkraftwerks Cernavodă zu unterstützen. Hintergrund ist der niedrige Wasserstand in der Donau.

Der Felsen Pârjoaia liegt nach Angaben des Senders TVR Info bei Izvoarele, dort wo sich vom Alten Donauarm der sogenannte Bala-Arm abzweigt. Der Felsrücken beeinflusst demnach, wie sich der Durchfluss der Donau verteilt.

Minister: 180 Kilogramm Sprengstoff eingesetzt

TVR Info beschrieb den Felsen am Sonntag als acht Meter hoch und sechs Meter dick. Erste Versuche einer Sprengung am Wochenende seien zunächst gescheitert. Vier mit Hunderten Tonnen Steinen beladene Lastkähne sollen nach Angaben des Senders im Flussbett positioniert werden, um den Wasserfluss umzulenken.

„Wie die Taucher im noch trüben Wasser beobachteten, verschwanden vier Meter des Felsens. So viel war nicht einmal eingeplant“, erklärte der Verteidigungsminister Radu Miruță laut Euronews Romania am Montag. 180 Kilogramm Sprengstoff seien eingesetzt worden. Nun sollen Lastkähne mit dem gelösten Gestein beladen und ein Schwerlastkran eingesetzt werden. Über das Atomkraftwerk sagte Miruță: „Ein zusätzlicher Betriebstag ist etwa dreimal wirtschaftlicher als die Kosten dieser Maßnahmen.“

Rumäniens Ministerpräsident Ilie Bolojan hatte laut AP am Freitag einen landesweiten Alarmzustand im Energiesektor ausgerufen und an Bürger appelliert, zu abendlichen Spitzenzeiten ihren Stromverbrauch freiwillig zu beschränken. Ein Reaktor des Kraftwerks Cernavodă wurde dem Bericht zufolge bereits abgeschaltet, die Anlage laufe mit etwa halber Kapazität.

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Niedrigwasser: Ungarns einziges Atomkraftwerk betroffen

Der niedrige Wasserstand der Donau hat AP-Angaben bereits das einzige Atomkraftwerk Ungarns zum ersten Mal seit seiner Inbetriebnahme vor 44 Jahren an den Rand der vollständigen Abschaltung gebracht. Demnach produzierte das Kernkraftwerk Paks nur 240 Megawatt Strom anstatt der üblichen 2000 Megawatt.

Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar erklärte AP zufolge in einem auf Facebook veröffentlichten Video am Montag, Ingenieure hätten die Abschaltung der letzten betriebsbereiten Turbine des Kraftwerks am Wochenende vorerst verhindern können. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP sagte er, das Kraftwerk werde voraussichtlich am Montag „erstmals seit 44 Jahren“ vollständig abgeschaltet werden.

Auch in Serbien hat der niedrige Wasserstand Auswirkungen auf die Energieversorgung. Ein wichtiges Wasserkraftwerk des Landes arbeitet laut AP nur noch mit 20 Prozent seiner Kapazität. Premierminister Djuro Macut rief dazu auf, den Verbrauch stromintensiver Geräte wie etwa Klimaanlagen zu reduzieren.

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