Die Mäc-Geiz Insolvenz zieht spürbare Folgen nach sich: Der bekannte Non-Food-Discounter steht vor einem harten Sanierungskurs. Nach eigenen Angaben rechnet das Unternehmen damit, rund 50 seiner 183 Filialen schließen zu müssen. Betroffen sind vor allem die Kernregionen der Kette – Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin.
Für viele Kunden gehört Mäc-Geiz zum alltäglichen Einkaufsweg, irgendwo zwischen Drogerie und Haushaltswaren. Welche Standorte konkret vor dem Aus stehen, ist bislang aber nicht entschieden. Klarheit soll es spätestens im Herbst geben. Fest steht schon jetzt: Die rund 1200 Beschäftigten bangen um ihre Jobs.
Ostdeutscher Discounter: Mäc Geiz meldet Insolvenz an
Mäc-Geiz ist insolvent: 25 Standorte in Berlin stehen zur Disposition
Wie kam es zur Insolvenz von Mäc-Geiz?
Im Mai stellte Mäc-Geiz beim Amtsgericht Halle (Saale) einen Insolvenzantrag. Anfang August eröffnete das Gericht planmäßig ein Eigenverwaltungsverfahren. Das bedeutet: Die Geschäftsführung bleibt am Ruder und saniert das Unternehmen selbst – überwacht von einem gerichtlich bestellten Sachwalter.
Diese Rolle übernimmt der Sanierungsexperte Lucas Flöther. Er kontrolliert das Verfahren im Auftrag des Gerichts und im Interesse der Gläubiger.
Den Antrag stellten die Mäc-Geiz Handelsgesellschaft mbH sowie die für die Verwaltung zuständige MTH Retail Services (Germany) GmbH. Beide Gesellschaften sollen sich in Eigenverwaltung neu aufstellen.
Warum steckt der Discounter in der Krise?
Als Gründe nennt das Unternehmen ein schwieriges Umfeld im Einzelhandel. Die Sanierung sei „mit erheblichen Herausforderungen verbunden“, heißt es in einer Mitteilung. Die Verbraucher hielten sich beim Konsum zurück.
Dazu kommen mehrere Kostenfaktoren gleichzeitig:
- steigende Lebenshaltungskosten und zurückhaltende Konsumnachfrage
- hohe Energie- und Lohnnebenkosten
- starker Wettbewerb im Einzelhandel, auch durch digitale Händler
Erschwerend kam laut Material ein weiterer Punkt hinzu: Ende Mai lief eine Absicherungsvereinbarung mit der Markant-Gruppe aus, über die Lieferanten bislang ihre Forderungen abgesichert hatten. Die Suche nach Alternativen habe sich als schwierig erwiesen.
Was bedeutet das für die Mitarbeiter?
Für die Belegschaft ist die Insolvenz längst spürbar. Seit dem Antrag im Mai hat sich Mäc-Geiz bereits von 66 Mitarbeitern aus den Bereichen Vertrieb, Logistik und dem Dienstleistungszentrum getrennt. Zusätzlich mussten fünf Beschäftigte bei der MTH Retail Services gehen.
Auch beim Geld ändert sich etwas: Der Insolvenzgeldzeitraum ist beendet. Ab sofort zahlt das Unternehmen die Löhne und Gehälter wieder selbst.
Aktuell beschäftigt Mäc-Geiz nach eigenen Angaben rund 1175 Mitarbeiter. Wie viele Stellen die geplanten Schließungen zusätzlich kosten, ist noch nicht klar.
Welche Filialen sind betroffen – vor allem in Berlin?
Genau das ist die offene Frage. Welche der rund 50 Standorte tatsächlich schließen, steht noch nicht fest. Derzeit laufen Gespräche mit den Vermietern der Filialen. Bis spätestens Herbst soll Klarheit über die künftige Struktur herrschen.
Besonders im Blick: Berlin. Hier stehen 25 Standorte zur Disposition. Mäc-Geiz sitzt dort nicht auf der grünen Wiese, sondern mitten im Kiez – etwa an der Frankfurter Allee, am Siemensdamm, in der Hermannstraße oder in der Bahnhofstraße in Köpenick.
Bis eine Entscheidung fällt, gilt für alle Läden: Sie bleiben zunächst geöffnet.
Vom Ost-Discounter zur Pleite: die Geschichte der Kette
Mäc-Geiz ist ein Kind der Nachwendezeit. Die erste Filiale eröffnete 1994 in Halle, 2004 folgte die 100., 2014 die 250. Die Kette wuchs im Osten und blieb dort verwurzelt – mit Zentrale und Logistik in Landsberg bei Halle.
2010 übernahm die österreichische MTH Handels-Holding den Geschäftsbetrieb. Ende Februar 2026 stieg dann die Kodi Beteiligungs GmbH ein, MTH blieb Minderheitsgesellschafterin. Beide Marken sollten erhalten bleiben.
Auch Konkurrent und neuer Eigner Kodi steckt in der Krise. Kodi durchlief laut Material Ende 2024 ein Schutzschirmverfahren und befindet sich inzwischen erneut in einem Insolvenzverfahren.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]