Wahlkampf

„Kämpft gefälligst auf dem Mond!“ – Hallervorden singt für die CDU und gegen Merz und Pistorius

Dieter Hallervorden macht Wahlkampf für die CDU in Sachsen-Anhalt. Dabei singt er gegen Aufrüstung, teilt gegen die CDU-Generalsekretärin aus.

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Schauspieler Dieter Hallervorden (l) und Sven Schulze (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, stehen gemeinsam auf der Bühne.

Schauspieler Dieter Hallervorden (l) und Sven Schulze (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, stehen gemeinsam auf der Bühne.

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Der Schauspieler Dieter „Didi“ Hallervorden macht CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt – und der sorgt für heftigen Wirbel. Gemeinsam mit Ministerpräsident Sven Schulze stand der gebürtige Dessauer am Montag bei einer Veranstaltungsreihe auf der Bühne.

Das Gesprächsformat trägt den Titel „Kultur braucht Freiheit“. Hallervorden und Schulze sitzen mit einer Moderatorin auf der Bühne, es geht um Meinungsfreiheit, Kunst und Zusammenhalt in der Demokratie.

Was Hallervorden auf der Bühne macht

Doch für Aufsehen sorgen vor allem Hallervordens musikalische Einlagen. In einem Lied wendet er sich direkt an Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius: „Wenn ihr glaubt, dass Krieg sich lohnt, kämpft doch dort, wo keiner wohnt. Kämpft gefälligst auf dem Mond!“ Weiter singt Hallervorden: „Kriegstüchtig sollen wir sein, wie vor 90 Jahren. Zur Hölle sollen die fahren, die das von uns verlangen“.

Auf der Leinwand ist zunächst der Reichstag zu sehen, dann ein SA-Aufmarsch, dem eine kurze Sequenz von Verteidigungsminister Boris Pistorius beim Truppenbesuch und in Tarnkleidung folgt und sodann Bundeskanzler Friedrich Merz beim Händeschütteln mit Bundeswehrsoldaten.  Bei seinem Auftritt bezeichnet Hallervorden Pistorius als Kriegsminister.

Bei einem Auftritt in Halle stellte Hallervorden bereits klar: „Ich würde, wenn das hier Bundesebene wäre, für Friedrich Merz keine Reklame machen, das ist hier bei Sven anders.“ Sein Ziel: eine AfD-Regierung verhindern.

Der Streitpunkt: das Gaza-Banner

Am meisten Ärger löste ein Detail aus. Während einer Gesangseinlage lief ein Hintergrundvideo, in dem kurz das Foto einer Demonstration mit dem Schriftzug „Stoppt den Völkermord in Gaza“ eingeblendet wurde.

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CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann reagierte deutlich. Auf der Plattform X schrieb sie: „Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza, wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression.“

Kunst müsse mit Widerspruch leben, so Hoppermann weiter. Auch Schulze grenzte sich ab: Er stelle das Existenzrecht Israels „in keinster Weise“ infrage und habe „zum Thema Völkermord eine völlig andere Meinung“ als der Künstler.

Warum Schulze trotzdem festhält

Der Ministerpräsident verteidigt die Auftritte offensiv – mit dem Verweis auf Meinungsfreiheit. „Ich möchte kein Land haben und kein Land regieren als Ministerpräsident, wo ich das Gefühl habe, hoffentlich sprechen sie alle das, was ich sage“, sagte Schulze in Magdeburg. Er wolle „schon auch Gegenrede haben“.

Der Landesverband stellt klar: Man mache sich nicht jede geäußerte Meinung zu eigen. Hallervorden sei mit dem Wunsch auf Schulze zugekommen, ihn zu unterstützen. Verantwortlich für seine Texte sei allein der Künstler.

Hallervorden wiederum lobte Schulzes „Rückgrat“ und teilte in Dessau gegen Hoppermann aus: „Selbst wenn ich Pantomime machen würde, würde sie noch ein unzulässiges Wort entdecken.“

In Umfragen führt die AfD in Sachsen-Anhalt deutlich vor der regierenden CDU. Hallervorden warnt vor einem konkreten Szenario: „Wenn SPD, Grüne und FDP an der Fünfprozenthürde scheitern, kann die AfD bereits mit 40 Prozent die absolute Mehrheit erreichen.“ Das wolle er verhindern.

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