CSD-Anschlag

Ein neuer Baum am Tatort – Regenbogenbank soll Zeichen der Solidarität setzen

Knapp zwei Wochen nach dem Anschlag auf den CSD wird der Tatort neu gestaltet. Was geplant ist und wer die Idee hatte.

Matthias Zachel
3 Min
In Tatortnähe haben Menschen auf dem Ahornsteig Blumen niedergelegt. Nun soll ein neuer Baum gepflanzt werden, da der alte nach dem Attentat gefällt werden musste.

In Tatortnähe haben Menschen auf dem Ahornsteig Blumen niedergelegt. Nun soll ein neuer Baum gepflanzt werden, da der alte nach dem Attentat gefällt werden musste.

© dts Nachrichtenagentur/imago

Da, wo der alte Baum gefällt werden musste, wird nun ein neuer wachsen. Am morgigen Donnerstag um 11 Uhr wird im Tiergarten ein französischer Ahornbaum gepflanzt. Er werde ein „schützendes Metallgitter“ erhalten, an dem Fotos und Blumen angebracht werden können, ohne dass die Natur Schaden nimmt. Darüber informiert das Bezirksamt Mitte in einer Pressemitteilung.

Der neue Baum werde flankiert durch eine Bank in Regenbogenfarben. „Die Initiative kam von Stadtrat Christopher Schriner und seinen Mitarbeiter:innen“, teilt das Bezirksamt Mitte gegenüber der Berliner Zeitung mit. In die Planung banden die Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Bündnis 90/Die Grünen) und die Beauftragte Person für Queer und Antidiskriminierung, Martin Vahemäe-Zierold, den CSD-Vorstand und den LSVD-Vorstand ein.

Baum und Bank sollen gemeinsam einen Ort der Anteilnahme und des Innehaltens bilden. Außerdem diene die Bank als Zeichen für „die Solidarität mit der queeren Community sowie das gemeinsame Eintreten für eine offene und demokratische Gesellschaft“.

„Ein würdiger Umgang mit dem Tatort“

Der alte Baum an der Unglücksstelle hatte gefällt werden müssen. Seit dem Attentat waren mehrere Bäume an der Route durch den Tiergarten zu Gedenkorten geworden. Betroffene und Trauernde hatten Blumen, Schilder und kleine Präsente abgelegt. Ein Kriseninterventionsteam war mehrere Tage vor Ort im Einsatz, um Seelsorge anzubieten und gegebenenfalls an weitere Hilfsstellen zu verweisen.

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Die Pressestelle des Bezirksamts ergänzt gegenüber der Berliner Zeitung, dass sich die Planenden über einen weiteren Punkt einig gewesen seien: Es gehe hier nicht um einen Gedenkort für das Attentat, der noch zu diskutieren sei, sondern um „einen würdigen Umgang mit dem Tatort, an dem der beschädigte Baum gefällt werden musste“.

Es ist also durchaus denkbar, dass mit mehr zeitlichem Abstand noch ein andersartiges Denkmal errichtet wird, das an den 25. Juli erinnert. In rund vier Wochen möchte Bezirksbürgermeisterin Remlinger erneut Vertreter der queeren Community zu einem Treffen einladen. Dann soll weiter darüber gesprochen werden, wie ein Gedenkort zum Anschlag aussehen kann. Dies werde auch auf Landesebene diskutiert.

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