Badestellen

Blaualgen in zahlreichen Seen: Hier sollten Badegäste in MV vorsichtig sein

An mehreren Badestellen in MV wird derzeit vor Blaualgen gewarnt. Betroffen sind vor allem kleinere Seen, aber auch mehrere Uferbereiche des Kummerower Sees.

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Am Zippendorfer Strand am Schweriner See wird derzeit zwar nicht vor Blaualgen, aber vor Zerkarien gewarnt.

Am Zippendorfer Strand am Schweriner See wird derzeit zwar nicht vor Blaualgen, aber vor Zerkarien gewarnt.

© Jens Büttner/dpa

28 Grad mit wolkenlosem Himmel in Rostock und Schwerin. Schönstes Badewetter, doch auch im Urlaubsland MV nimmt durch die hohen Temperaturen in einigen Seen das Wachstum der Blaualgen zu. Blaugrüne Schlieren, Flocken auf der Wasseroberfläche oder ein muffiger Geruch: Wer solche Auffälligkeiten an einem Badesee bemerkt, sollte nicht ins Wasser gehen. In Mecklenburg-Vorpommern weisen die zuständigen Gesundheitsämter derzeit an zahlreichen Badestellen auf ein erhöhtes Vorkommen von Cyanobakterien hin, umgangssprachlich Blaualgen genannt.

Die Badewasserkarte des Landes MV bildet dabei den weitgehend aktuellen Stand ab. Nach Auskunft einer Sprecherin des Gesundheitsministeriums erfolgen Beprobungen monatlich, doch bei aktuellen Entwicklungen können auch die Kommunen ihre Warnungen selbst einpflegen. „Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Gesundheitsämter stellen die Warnhinweise ein beziehungsweise löschen diese auch wieder“, sagt Maria Heide, Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales MV (Lagus).

Die Karte ist die zentrale Übersicht des Landes, in der alle Badewarnungen sowie Informationen zu den einzelnen Badestellen zu finden sind. Die Einträge können sich durch neue Kontrollen oder Beobachtungen vor Ort kurzfristig ändern.

An diesen Badestellen wird in MV vor Blaualgen gewarnt (Stand 5. August 2026):

  • Boitiner See bei Boitin
  • Gramzower See
  • Horster See bei Horst
  • Kiessee bei Liessow
  • Kuhlensee bei Thelkow
  • Langer See bei Wendfeld
  • Lütt See bei Vietow
  • Reimershagener See bei Reimershagen
  • Rühner See bei Rühn
  • Salzhaff bei Roggow
  • Sülzpuhl bei Rühn
  • Tangahnsee bei Woldzegarten
  • Wanzkaer See bei Blankensee
  • Reitbahnsee in Neubrandenburg
  • Obersee in Blankensee bei Löcknitz
  • Kummerower See, insbesondere an den Badestellen Sommersdorf, Verchen und Gravelotte

Auch für den Reimershagener See liegt ein amtlicher Warnhinweis vor. Nach Angaben der Behörden können sich die Konzentrationen dort – wie auch an anderen betroffenen Gewässern – innerhalb weniger Stunden verändern. Entscheidend sind vor allem Wind, Wetter und die Wassertemperatur.

Am Tangahnsee weist die amtliche Bekanntmachung ausdrücklich auf eine Algenblüte hin. Das Gesundheitsamt hat dort die Überwachung intensiviert. Obwohl die langfristige mikrobiologische Qualität des Sees als „ausgezeichnet“ eingestuft ist, besteht wegen der Cyanobakterien eine aktuelle Warnlage.

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Kummerower See besonders im Blick

Am Kummerower See wurde die Warnung Anfang August nochmals ausdrücklich erneuert. Die Behörde rät dazu, in belasteten Bereichen keinesfalls zu baden und Hunde vom Wasser fernzuhalten. Nach dem zuletzt veröffentlichten örtlichen Stand waren insbesondere die Badestellen Sommersdorf, Verchen und Gravelotte betroffen. Andere Uferbereiche können zur selben Zeit weniger oder gar nicht belastet sein.

Eine solche Verteilung ist bei Blaualgen typisch. Wind und Strömung können die Ansammlungen über einen See treiben und an einzelnen Ufern zusammenschieben. Ein Warnhinweis für eine konkrete Badestelle bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das gesamte Gewässer gleichmäßig belastet ist. Umgekehrt kann sich eine zunächst unauffällige Stelle kurzfristig verändern.

Aktuell keine Warnungen vor Blaualgen in der Ostsee

„Bisher sind dem Lagus keine Warnhinweise an Badestellen der Ostsee bekannt“, erklärt Maria Heide am 5. August 2026. „Insgesamt kann sich die Situation bezüglich der Cyanobakterien sehr schnell ändern. Ob Blaualgenblüten tatsächlich den Badestrand erreichen, ist stark wind- und wetterabhängig, so dass die Situation sich in wenigen Stunden oder Tagen wieder ändern kann.“

Der Strand von Kühlungsborn

Der Strand von Kühlungsborn

© Katja Frick/Ostdeutsche Allgemeine Zeitung

Warum Blaualgen gefährlich werden können

Cyanobakterien können Giftstoffe bilden. Der Kontakt mit stark belastetem Wasser kann Haut- und Schleimhautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen. Wird Wasser verschluckt, sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen und Durchfall möglich. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, weil sie beim Spielen leichter Wasser aufnehmen, sowie Hunde und andere Tiere.

Badegäste sollten das Wasser vor dem Hineingehen genau ansehen. „Wer knietief im Wasser steht und seine Füße nicht mehr sehen kann, sollte sich besser eine andere Badestelle suchen“, so Ministeriumssprecherin Lena Cordes.
Bereiche mit sichtbaren Ansammlungen von Blaualgen seien zu meiden. Kinder dürfen nicht in angeschwemmtem Algenmaterial spielen, und Hunde sollten weder darin baden noch das Wasser trinken.

Wichtig ist zudem die Beschilderung vor Ort. Die regulären Wasserproben werden während der Badesaison grundsätzlich in einem vierwöchigen Rhythmus genommen. Kurzlebige Algenblüten können sich jedoch schneller entwickeln oder wieder verschwinden. Deshalb ergänzen Sichtkontrollen, kommunale Meldungen und Warnschilder die Laboruntersuchungen.

Zerkarien in den Schweriner Seen

Neben den Blaualgen gibt es in den Flachwasserbereichen der Schweriner Seen gerade mehrere Warnungen vor Zerkarien. Die Larven von Saugwürmern können beim Menschen eine Badedermatitis verursachen. Mögliche Folgen sind gerötete Flecken, Quaddeln und starker Juckreiz.

Zerkarien treten vor allem bei warmen Temperaturen in flachen und schilfreichen Uferzonen auf. Badegäste sollten sich dort nicht länger aufhalten, möglichst in tieferen Bereichen schwimmen und sich anschließend gründlich abtrocknen. Ein allgemeines Badeverbot für die Schweriner Seen besteht wegen der Zerkarien nicht.

Betroffen sind die Bereiche Zippendorfer Strand, Reppin und Kalkwerder.

Ganzjähriges Badeverbot am Schwandter See

Unabhängig von den aktuellen Blaualgenwarnungen gilt am Schwandter See bei Schwandt in der Gemeinde Rosenow während der gesamten Badesaison 2026 ein Badeverbot. Grund ist die Einstufung der Wasserqualität als „mangelhaft“ für den Bewertungszeitraum 2022–2025. In diesem Zeitraum wurden wiederholt erhöhte Werte der Darmbakterien Escherichia coli und intestinalen Enterokokken festgestellt. Als wahrscheinliche Ursachen gelten Einträge von Oberflächenwasser nach Regenfällen sowie Einflüsse aus dem landwirtschaftlich genutzten Umland.

Entwarnung für den Haussee Rothenklempenow

Nicht mehr zu den gesperrten Gewässern gehört dagegen der Haussee Rothenklempenow. Das dort Ende Juni wegen erhöhter Werte von E.-coli-Bakterien und Enterokokken verhängte Badeverbot wurde am 3. August 2026 nach unauffälligen Kontrollproben aufgehoben. Ältere Übersichten, in denen der Haussee weiterhin als gesperrt erscheint, sind damit überholt.

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