Stolz stellte die Berliner CDU am Mittwoch ihr Riesenplakat für den Wahlkampf vor. Am Konrad-Adenauer-Haus, der Geschäftsstelle der Bundes-CDU am Tiergarten, durften sie es aufhängen. Dort prangt jetzt auf 320 Quadratmetern der neue Kandidat Stefan Evers mit dem Slogan: „Ich bin konservativ. Und das ist auch gut so.“
Das Plakat soll zwei Botschaften übermitteln. Zum einen ein liberales Gesellschaftsverständnis: Mit dem „gut so“ kopiert der selbst schwule Evers den ehemaligen Regierenden und ebenfalls bekennend schwulen Klaus Wowereit (SPD). Zum anderen wollen die Berliner Christdemokraten den Begriff „konservativ“ wieder aus der Schmuddelecke holen. Seit Angela Merkel, die die Union in Richtung sozialdemokratischer Mitte verrückte, ist bei der CDU der Konservatismus etwas aus der Mode gekommen.
Der einstige Markenkern der CDU zerbröselte zusehends. Auch gesellschaftlich ist „konservativ“ im Sprachgebrauch mittlerweile eher negativ konnotiert. So gesehen also ein mutiger, vielleicht sogar ein etwas trotziger Schritt von Evers nach rechts. Aber hat „rechts“ in Berlin eine Chance?
Wahlkampf
Stefan Evers wirbt mit„Freiheit statt Islamismus“ – wie rechts und konservativ ist Berlin?
Mit ihrem neuen Kandidaten Stefan Evers will die Berliner CDU einige Akzente setzen und ihren konservativen Markenkern runderneuern. Zumindest erste Ansätze sind sichtbar.
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Beim Bundestagswahlkampf 1976 warb Helmut Kohl für die CDU mit dem Slogan „Freiheit statt Sozialismus“.
© Hochstätter/BLZ
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