In der Nacht zu Mittwoch entdeckt ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle im Sicherheitsbereich nahe der Südpiste eine Drohne in unmittelbarer Nähe ukrainischer Antonow-Frachtflugzeuge. Ein Sprengstoffroboter der Bundespolizei entfernt einen Zünder; kriminaltechnische Untersuchungen deuten auf militärisch verwendbaren Sprengstoff hin, vermutlich Semtex oder PETN. Explodiert ist nichts – der Zünder war defekt. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen übernehmen die Ermittlungen. Wer die Drohne dort hingebracht hat, ist zu diesem Zeitpunkt unklar.
Noch bevor die Ermittlungen weit fortgeschritten sind, positioniert sich die Politik. Der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht von einem „hybriden Anschlagsszenario“ und verweist auf „fremde Mächte“, ohne einen Staat konkret zu benennen. Der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter äußert sich deutlicher und geht von einem russisch gesteuerten Angriff aus. Der Grünen-Sicherheitspolitiker Konstantin von Notz nennt eine Aktion russischer Dienste ein „sehr naheliegendes Szenario“.
Sicherheit
Drohne in Leipzig: Vor der Ermittlung stand schon das Urteil fest
Noch bevor die Ermittler ihre Arbeit beginnen konnten, stand für CDU und Grüne der Täter fest: Russland. Vier ähnliche Fälle zeigen, warum das riskant ist.
Sandro Fichte
4 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Nach dem nächtlichen Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle haben Spezialisten der Bundespolizei eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entschärft.
© Hendrik Schmidt/dpa
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*