Corona-Folgen

Zu krank zum Leben: Warum Friedrich (23) beim Trauerzug für ME/CFS-Tote fehlt

650.000 Menschen in Deutschland haben ME/CFS. Ein Student liegt abgeschirmt im Zimmer – seine Mutter demonstriert mit anderen für Erkrankte wie ihn.

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Von ME/CFS Betroffene und Angehörige kämpfen vor der Charité in Berlin-Mitte um mehr  Aufmerksamkeit.

Von ME/CFS Betroffene und Angehörige kämpfen vor der Charité in Berlin-Mitte um mehr Aufmerksamkeit.

© Christian Schwager/Berliner Zeitung

Friedrich Kayser kann nicht dabei sein. Der Trauerzug am Bettenhochhaus der Charité in Berlin-Mitte findet ohne den 23-Jährigen statt. Gedacht wird an diesem Freitag der Menschen, die an den Folgen von ME/CFS gestorben sind. Viele sind nach einer Corona-Infektion daran erkrankt, etliche schon vor der Pandemie nach einer anderen Virusinfektion.

Bei Friedrich Kayser schlug ME/CFS im Dezember 2023 zu. Während seine Mutter und ihre Mitstreiter an diesem frühen Nachmittag Steine mit Namen der Verstorbenen an einem mitgebrachten Holzkreuz niederlegen, liegt ihr Sohn zu Hause in Potsdam: in einem Zimmer, in einem Bett, gegen Licht und Lärm abgeschirmt.

Wie lebendig begraben. So sehen das die Hunderttausenden, denen es ähnlich geht wie dem Studenten am Hasso-Plattner-Institut, für den an ein Studium nicht mehr zu denken ist. „Er hatte einen schweren Crash und ist seitdem fast täglich zusammengebrochen“, sagt Friedrichs Mutter Mandy Kayser.

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