Rettungsmission

Bis zu minus 43 Grad: Australisches Team rettet US-Amerikaner aus der Antarktis

Ein US-Amerikaner musste aus medizinischen Gründen von der Antarktis-Station McMurdo ausgeflogen werden. Ein australisches Team wagte dafür eine Winterlandung bei völliger Dunkelheit.

3 Min
Die McMurdo-Station ist die größte Forschungsstation in der Antarktis.

Die McMurdo-Station ist die größte Forschungsstation in der Antarktis.

© Uncredited/U.S. National Science Foundation/AP

Ein australisches Team hat einen US-amerikanischen Expeditionsteilnehmer aus der Antarktis evakuiert – in einer Aktion, die der australische Sender ABC als „selten und gewagt“ beschreibt. Der Einsatz begann nach Angaben der Airline Skytraders am 28. Juli nach einer „dringenden Bitte um Unterstützung“ der Australian Antarctic Division, wie CNN berichtet. Anlass war demnach eine medizinische Evakuierung von der US-amerikanischen Forschungsstation McMurdo.

Ein erster Versuch am 29. Juli wurde wegen schlechten Wetterbedingungen verschoben. Erst am 31. Juli um 2.44 Uhr Ortszeit startete laut CNN der Airbus A319 mit dem Namen „Snowbird 1“. Nach mehr als fünf Stunden erreichte die Maschine die McMurdo-Station. Dort landete sie unter „extrem herausfordernden Bedingungen“ – nach Angaben von ABC News in kompletter Dunkelheit und bei bis zu minus 43 Grad Celsius.

Nach der Übernahme des Patienten verließ die Maschine die Antarktis noch vor einer weiteren Wetterverschlechterung und flog nach Christchurch in Neuseeland.

Warum Winterflüge so gefährlich sind

Winterflüge in die Antarktis sind laut den beteiligten Teams deutlich komplexer als Einsätze im Sommer. Kapitän Al Wallach, der Hauptpilot des Fluges, beschreibt die Herausforderung deutlich.

„Jede Antarktis-Mission verlangt absolute Präzision, aber Winter-Operationen erhöhen die Komplexität erheblich“, sagte Wallach laut ABC News. „Die Bedingungen, auf die wir trafen, lagen am absoluten Limit selbst der spezialisiertesten Flugzeugtechnik.“

Ko-Pilotin Louise Robertson erklärte CNN zufolge, dass Antarktis-Flüge selbst in den Sommermonaten schwierig seien. Die meisten Landebahnen bestünden aus verdichtetem Schnee, der von speziellen Fahrzeugen vorbereitet werde, damit die Oberfläche eben sei und ausreichend Halt biete.

Während des Fluges stünden die Crews laut Robertson in ständigem Kontakt mit Wetterteams rund um den Globus, um unberechenbare Wetterlagen zu verfolgen.

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Auf diese Notfall-Szenarien bereitete sich die Crew vor

Vor dem Einsatz bereitete sich die Crew laut CNN auf mehrere Extremszenarien vor. Dazu gehörten unter anderem ein Stromausfall an der Landebahn, der eine Landung bei null Sicht erfordert hätte, zusätzlicher Treibstoff für den Fall, dass keine Landung möglich ist und die Maschine nach Australien zurückkehren muss.

„Es erforderte eine enorme Konzentration und Arbeitsbelastung und beinhaltete auch viele Kopfrechenaufgaben, wie die Berechnungen bei Kälte, die Korrektur der Flughöhe beim Anflug und die Kommunikation zwischen der Flugbesatzung an Bord“, sagte Robertson CNN zufolge. Erst auf dem Weg nach Neuseeland habe die Erleichterung eingesetzt.

Was über den Patienten bekannt ist

Details zu den Umständen der Erkrankung wurden nicht veröffentlicht. Die Gesundheitsbehörde Health New Zealand wollte gegenüber CNN ohne Zustimmung der Familie keine Angaben machen. Skytraders erklärte lediglich, der Patient sei „auf dem Weg der Besserung“.

Die US-amerikanische National Science Foundation (NSF) bestätigte laut ABC News, dass sie sowohl die Australian Antarctic Division als auch das neuseeländische Militär um Hilfe gebeten habe. Der Patient sei am 31. Juli in Christchurch angekommen und dort in „ernstem Zustand“ ins Krankenhaus eingeliefert worden.

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