Ukraine-Krieg

„Wir kennen alle ihre Schwachstellen“: Selenskyj zieht Bilanz zur 40-Tage-Kampagne

Selenskyj nimmt Stellung zu einer von der Ukraine ausgerufenen 40-Tage-Operation. Er nennt Russlands Verluste „gewaltig“. Und richtet eine klare Warnung an Moskau.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich zufrieden mit einer 40-tägigen Kampagne des Miiltärs.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich zufrieden mit einer 40-tägigen Kampagne des Miiltärs.

© Stringer/Anadolu/imago

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich mit einer kürzlich beendeten 40-Tage-Operation gegen Russland im Ukraine-Krieg zufrieden. Zugleich lässt er kaum Zweifel daran, dass die Angriffe auf russische Nachschubwege weitergehen.

In einem Interview für das ukrainische gemeinsame Nachrichtenformat am 8. August 2026 bezeichnete der ukrainische Präsident die Kampagne als „sehr erfolgreiche Operation der ukrainischen Streitkräfte“.

Selenskyj beziffert die gegnerischen Verluste auf rund eine Billion Rubel und richtet eine deutliche Warnung an Russland.

Was Selenskyj zur Bilanz der 40-Tage-Operation sagt

Auf die Frage, ob er mit den Ergebnissen zufrieden sei, antwortete Selenskyj laut dem Nachrichtenportal Ukrainska Prawda: „Ich bin zufrieden, natürlich. Unsere logistischen Reaktionen – wir verstehen, wie viel sie verloren haben, sie haben ernsthafte Probleme.“

Der Präsident hob die Zusammenarbeit der ukrainischen Dienste hervor. Beteiligt gewesen seien die Streitkräfte, die Spezialoperationskräfte, der Militärgeheimdienst, der Sicherheitsdienst und der Auslandsgeheimdienst. „Heute handeln wir koordiniert, wenn wir Angriffe über große oder auch mittlere Distanz durchführen“, sagte Selenskyj.

Die russischen Verluste bezifferte er auf „eine Billion Rubel“ (ungefähr 10,3 Milliarden Euro) – nach seinen Worten eine „gewaltige“ Summe. Überprüfen lassen sich diese Angaben jedoch nicht.

Die Zielbilanz des Geheimdienstes SBU

Ausgelöst hatte Selenskyj die Kampagne Ende Juni. Nach Ablauf der 40 Tage legte der ukrainische Sicherheitsdienst SBU am 4. August auf Telegram eine detaillierte Bilanz vor.

Demnach traf der Dienst mehr als 100 strategisch wichtige Ziele auf russischem Gebiet und in den besetzten Gebieten. Dazu zählten laut SBU 14 Ölraffinerien – unter anderem in St. Petersburg, Jaroslawl und Wolgograd sowie drei Anlagen in Ufa –, außerdem Militärflugplätze wie Saki, Engels und Chanskaja und Schiffe der russischen „Schattenflotte“.

An der Front zerstörten SBU-Einheiten nach eigenen Angaben mehr als 21.000 Einheiten militärischer Ausrüstung und töteten fast 5000 Besatzer. Getroffen wurden demnach unter anderem ein strategischer Bomber vom Typ Tu-95MS sowie mehrere Luftabwehrsysteme.

Warnung an Moskau – und ein Angriff nur einen Tag später

Selenskyj knüpfte an die Bilanz eine deutliche Botschaft. „Ich würde Russland nicht raten, weiterhin ukrainische Logistik anzugreifen, denn wir haben eindeutig untersucht, wie Russlands Logistik aussieht“, sagte er laut Ukrainska Prawda.

Er begründete das mit der Verwundbarkeit von Nachschubwegen generell. „Logistik ist keine Schwachstelle für die Ukrainer; sie ist eine Schwachstelle für alle“, so der Präsident. Kämen Waren wegen gestörter Logistik nicht bei gewöhnlichen Verbrauchern in Russland an, werde die Bevölkerung das spüren.

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Zugleich stellte er klar, dass die Ukraine nur militärische Ziele treffe – anders als Russland. „Sie erlauben sich seit Langem, nichtmilitärische Ziele anzugreifen, und müssen verstehen, dass die Ukraine militärische Ziele trifft. Aber wenn sie weitermachen, kennen wir alle ihre Schwachstellen“, sagte der Präsident.

Nur einen Tag nach dem offiziellen Ende der Operation griffen russische Streitkräfte gezielt ukrainische Lebensmittellogistik im Raum Kiew an. Nach Angaben der betroffenen Unternehmen zerstörten die Angriffe zwei Verteilzentren der Supermarktkette Silpo, wobei sechs Mitarbeiter getötet wurden; ein Logistikzentrum der Kette NOVUS wurde schwer beschädigt.

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