Manchmal braucht ein Buch ein halbes Jahrhundert, um seine Leser zu erreichen. Zum Beispiel, weil es in einem Land geschrieben wurde, in dem die Kulturbeauftragten Angst vor dem freiheitlichen Denken ihrer Autoren hatten. So erging es dem Roman „Gegen Wind“ von Gerti Tetzner, der Anfang der Achtzigerjahre eigentlich im Mitteldeutschen Verlag nach ihrem Achtungserfolg „Karen W.“ erscheinen sollte. Aber der Verleger knallte es der Autorin auf den Tisch und befand, es sei „der letzte Dreck“. Auch die Staatssicherheit mischte mit.
Verlagsgespräch
Gegen den Wind der Zeit: Die tapfere und wiederentdeckte Schriftstellerin Gerti Tetzner
Die fast 90-Jährige stellte im Aufbau-Verlag ihren Roman „Gegen Wind“ vor, der 45 Jahre nach dem Verbot durch die DDR-Zensur endlich erscheint. Begegnung mit einer mutigen Frau.
5 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Autorin Gerti Tetzner im Aufbau-Verlag
© Emmanuele Contini/Berliner Zeitung
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*