Ausgerechnet der Rhein, sonst eine der günstigsten Adern für Benzin und Diesel, wird gerade zum Nadelöhr. Niedrigwasser drückt auf die Binnenschifffahrt – und damit kippt der Kostenvorteil, den der Westen bei den Spritpreisen sonst genießt. Dort, wo Schiffe die Tanklager preiswert auffüllen, war Kraftstoff bislang leichter und billiger zu bekommen.
Warum der Rhein sonst für günstige Spritpreise sorgt
Entlang von Rhein und Donau stehen Tanklager, die sich über den Wasserweg besonders preiswert mit Kraftstoff füllen lassen.
Der Vorteil steckt in der Logik des Transports. Schiffe bewegen große Mengen mit vergleichsweise wenig Energie und sind damit der billigste Weg, Benzin und Diesel an ihr Ziel zu bringen.
Wo der Nachschub per Binnenschiff ankommt, bleibt die Versorgung stabil und der Weg zur Tankstelle kurz. Das drückt am Ende den Preis an der Zapfsäule.
Niedrigwasser kehrt den Standortvorteil um
Aktuell aber liegt der Pegel niedrig, und der Vorteil des Rheins schägt ins Gegenteil um.
Die Güterschifffahrt stößt zunehmend an ihre Grenzen, und mit ihr wackelt die Kraftstoffversorgung. Können die Schiffe weniger transportieren, muss der Nachschub anders zu den Tankstellen kommen.
Die Folge: Tankwagen fahren sehr viel weitere Wege, um die Zapfsäulen zu beliefern. Der sonst günstigste Lieferweg wird so zum Engpass.
Höhere Preise im Osten sind der Normalfall
Autofahrer im Osten kennen höhere Preise dagegen als Normalfall, weil ihnen ein vergleichbarer Fluss fehlt. Denn die ostdeutschen Raffinerien liegen nicht an Flüssen. Der Transport erfolgt dort ohnehin per Lkw und ist entsprechend im Preis einkalkuliert.
Die Binnenschifffahrt ist das günstigste Transportmittel, weil ihr Energieaufwand am geringsten ist. Danach folgt die Schiene, am teuersten transportiert die Straße.
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