Nach Berichten über schlechte Zustände an Bord des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln haben zwei US-Senatoren Aufklärung gefordert. Der demokratische Senator Richard Blumenthal veröffentlichte ein an Verteidigungsminister Pete Hegseth gerichtetes Schreiben, in dem er unter anderem darauf verwies, dass sich das Schiff schon „seit mehr als 250 Tagen“ im Einsatz befinde.
Er äußerte zudem Besorgnis über „Berichte über Engpässe bei der Grundversorgung, Wasserverunreinigung, Probleme mit der Sanitärinstallation, sich verschlechternde psychische Gesundheit“. Der demokratische Senator Ruben Gallego forderte in einem Beitrag auf X, dass einer parteiübergreifenden Kongressdelegation ein Besuch des Flugzeugträgers gestattet werden müsse, um sich ein eigenes Bild zu machen.
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Berichte: Familienmitglieder schlagen Alarm
Die USS Abraham Lincoln war nach AFP-Angaben am 21. November aus San Diego ausgelaufen – ursprünglich für einen Einsatz im pazifischen Raum. Das Schiff wurde jedoch noch vor Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar in den Nahen Osten umgeleitet. Der Einsatz sollte nach Angaben der Militärzeitung Stars and Stripes eigentlich im Mai enden, wurde aber ohne öffentlich bekanntes Rückkehrdatum verlängert.
Bei einem Treffen mit Marineführung in San Diego am vergangenen Donnerstag äußerten Familienmitglieder laut Stars and Stripes ihre Sorgen. Eine Ehefrau berichtete demnach, ihr Mann habe ihr geschrieben, „er hoffe, dass er morgen nicht aufwacht“. Eine weitere Ehefrau erklärte laut dem Portal Navy Times, ihr Ehemann habe versucht, über Bord zu springen, nachdem sein Einsatz mehrmals verlängert worden sei.
Abgeordneter: „Keine Seife, kein Deodorant und keine Zahnpasta“
Der demokratische Abgeordnete Mike Levin schrieb am Montag auf X von Berichten über schlechte Zustände an Bord des Flugzeugträgers, darunter „verschimmelte Duschen, kaputte Toiletten, seit Wochen außer Betrieb befindliche Wäscherei“. Er fügte hinzu: „Keine Seife, kein Deodorant und keine Zahnpasta.“
Familienmitglieder und Soldaten bestätigten gegenüber Stars and Stripes frühere Probleme wie Essensrationierung, Wasserknappheit und eine Phase von mehr als einer Woche ohne Waschmöglichkeit. Diese Probleme seien laut den Befragten inzwischen weitgehend gelöst.
Stars and Stripes berichtete von zwei Zwischenstopps während des Einsatzes: im Dezember auf Guam und Anfang Juli im Oman. Ein kurzer Stopp im Oman ermöglichte demnach die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse, das laut einem Soldaten monatelang nicht verfügbar gewesen sei.
Was sagt die US-Marine?
Die US-Marine widerspricht zentralen Vorwürfen. Gegenüber dem Guardian erklärte ein Marinevertreter, man habe nach derzeit vorliegenden Informationen „keinen Anstieg gemeldeter Suizidgedanken oder Suizidversuche an Bord festgestellt“. Aktuelle Berichte vom Schiff bestätigten den „durchgehenden Zugang zu sauberem Wasser, funktionierenden Klimaanlagen und gesunden Mahlzeiten“. Der Vertreter verwies zudem auf ein umfassendes Unterstützungsnetz aus Seelsorgern, medizinischem Personal und Beratern.
Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte frühere Berichte über schlechte Bedingungen an Bord des Flugzeugträgers laut Guardian im April als „mehr Fake News“ bezeichnet. (mit AFP)
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