Die Buchhandlung Pankebuch zwischen Bürgerpark und Rathaus Pankow hat einen thematischen Schwerpunkt mit den Literaturen des Nordens. Seit September 2025 wird sie von Daniel Mätzschker geführt. Ihn fragen wir: Für welche Bücher begeistern Sie in diesem Sommer Ihre Kunden?
Daniel Mätzschker: Das sind natürlich Romane, die mit dem Norden zu tun haben. Und jetzt im Sommer, wenn ich weiß, die Leute haben ein bisschen Zeit, empfehle ich gern Bücher, die man sich nicht nur neben das Bett legt oder auf ein paar U-Bahn-Fahrten schafft.
Als Erstes nenne ich gern Siri Ranva Hjelm Jacobsens Roman „Insel“. Er ist im März-Verlag erschienen, übersetzt von Franziska Hüther. Es geht um eine junge Frau aus Kopenhagen, deren Familie von den Färöern stammt. Sie begibt sich auf diese kleine Inselgruppe mit nur 40.000 Einwohnern, um ihre eigene Geschichte zu verstehen. Und ich habe lange nicht mehr so etwas Poetisches gelesen. Wir haben da diese wahnsinnig raue Felsenlandschaft, wo kaum ein Baum steht, diese zerklüfteten Ufer im tosenden Wind. Die Autorin beschreibt die Natur und die Menschen in einer sehr fein austarierten, präzisen Sprache, als würde da auch immer eine frische Brise durchwehen.
Herr Koch, welche drei Krimis gehören ins Urlaubsgepäck?
Liebe Buchhändlerin, welche Bücher sind die besten für die Sommerferien?
Frode Grytten, dessen Roman „Der letzte Tag des Fährmanns“ ich Ihnen ans Herz lege, kannte ich bisher nur durch seine Kurzgeschichten voller Empathie und Würde. Und das ist in dem Roman auch so. Der Fährmann Nils Vik hat seine geliebte Frau und seine Hündin überlebt und bereitet sich nun selbst auf den Tod vor. Er fährt noch ein letztes Mal raus auf die See. Dieser Tag wird erzählt als Rückblick auf sein Leben als einer, der immer dafür gesorgt hat, dass Menschen durch die Fjorde kommen. Das ist ein würdevoller Abschied, warmherzig und berührend geschrieben – erschienen bei Penguin, von Ina Kronenberger übersetzt.
Zwischen Gewalt, Lüge und erotischer Verführung
Für das dritte Buch brauchen Sie wirklich Zeit, es hat mehr als 800 Seiten, aber es lohnt sich absolut! John Fowles’ Roman „Magus“ ist jetzt zum 100. Geburtstag des Autors neu übersetzt worden von Michael Lehmann, auch im März-Verlag. Ein junger Engländer flieht auf die griechische Insel Phraxos und erlebt dort die unglaublichsten Dinge zwischen Gewalt, Lüge und erotischer Verführung. Das ist ein verrückter, reicher Bildungsroman zum Vertiefen mit irren Anspielungen auf die Literaturgeschichte.
Pankebuch, Wilhelm-Kuhr-Straße 5, 13187 Berlin
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]