Am Freitag hängt ein großes Banner am Pool-Bereich vor der Volksbühne: „Fickt euch!“ steht darauf. Der Badebetrieb ist komplett eingestellt. „Heute schwimmt niemand im Volksbad. Wir melden uns, wie es weitergeht“, heißt es auf der Website. Ursprünglich sollte das Bad von 18 bis 20 Uhr am Freitag für die Öffentlichkeit geöffnet sein, nachdem der Pool davor von 12 bis 18 Uhr für Schwarze Kinder und Jugendliche reserviert sein sollte.
Diese Veranstaltung hatte die Volksbühne zusammen mit dem Verein Each One Teach One(EOTO) am Donnerstagabend abgesagt. Grund seien Sicherheitsbedenken, nachdem der Schwimmnachmittag für Schwarze Kinder und Jugendliche zum Ziel rechter und rassistischer Hetze geworden sei, teilten das Theater und der Verein mit.
Das Banner ist offenbar die Antwort des Theaters. Der Intendant der Volksbühne, Matthias Lilienthal, sagte dieser Zeitung, dass die Worte auf dem Banner den verstorbenen Bühnenbildner der Volksbühne Bert Neumann zitieren. „Leider haben wir das Originalbanner nicht gefunden.“ Mit „Fickt euch!“ seien nicht die Berlinerinnen und Berliner gemeint, sondern diejenigen, die in diesem Zusammenhang von antiweißem Rassismus schwadronieren und damit einen riesigen Shitstorm verursacht hätten: „die AfD, die Springer-Presse und Teile der CDU“.
Protestschilder vor der Volksbühne
© Ulrich Seidler
Die AfD hatte in Form eines Facebook-Posts auf die exklusive Veranstaltung reagiert: „Hier wird mit dem hart erarbeiteten Geld deutscher Steuerzahler eine offene Rassentrennung im öffentlichen Raum betrieben.“
Das Gesetz schreibe jedoch vor, geschützte Räume für vulnerable Gruppen bereitzustellen, betonte Matthias Lilienthal: „Die Volksbühne ist eine treue Verfechterin der Berliner Verfassung.“
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Unter dem Banner stehen am Freitag drei kleinere Pappplakate. Auf diesen heißt es: „Peinlich: Erwachsene sind neidisch auf Schwarze Kids im Planschbecken“ und „Rassismus tötet, Poolverzicht nicht – gegen rechte Hetze“. Auf einem weiteren heißt es: „Schutzräume sind keine Diskriminierung“.
Der Verein EOTO erklärte in der Stellungnahme, seit Beginn der öffentlichen Diskussion rassistische Droh-E-Mails, Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare in sozialen Medien erhalten zu haben.
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