Russland lehnt eine Feuerpause mit der Ukraine im Schwarzen Meer ab. Das russische Außenministerium sehe „keine Grundlage für Halbmaßnahmen, die dem Kiewer Regime lediglich eine vorübergehende Atempause verschaffen“, teilte die Sprecherin des Ministeriums, Maria Sacharowa, am Freitag in Moskau mit. Es gebe auch keine Anzeichen für eine Entspannung der Lage in der Region.
Sacharowa warf der ukrainischen Armee vor, mit Drohnen mehrfach im Monat zivile Schiffe von Anrainerstaaten anzugreifen. Zu den russischen Angriffen im Schwarzen Meer äußerte sie sich in ihrer Mitteilung nicht.
Sacharowa reagierte mit ihrer Erklärung auf Äußerungen des türkischen Außenministers Hakan Fidan, wonach Ankara sowohl Russland als auch der Ukraine ein Moratorium für militärische Handlungen im Schwarzen Meer vorgeschlagen habe.
Türkei vermittelte ukrainisches Angebot
Fidan hatte in einem Interview mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu am 8. August erklärt, Ankara habe entsprechende Vorschläge an beide Kriegsparteien herangetragen. Auch nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Donnerstag hat die Ukraine Russland über einen Drittstaat angeboten, wechselseitige Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer einzustellen.
Die türkische Regierung hatte Moskau und Kiew zuvor zu Maßnahmen für eine sichere Schifffahrt aufgerufen, nachdem bei einem Drohnenangriff nahe dem russischen Hafen Noworossijsk ein Schiff in türkischem Besitz beschädigt und drei Besatzungsmitglieder verletzt worden waren.
Sowohl Russland als auch die Ukraine haben ihre Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer in den vergangenen Wochen verstärkt, was nach Angaben von Reuters die Preise auf den Weltgetreidemärkten steigen ließ.
Keine Rückkehr zum Getreideabkommen
Eine Rückkehr zum Getreideabkommen von 2022 und 2023 schloss die Sprecherin des russischen Außenministeriums aus. Damals hatte Moskau nach Vermittlung durch die Türkei und die Vereinten Nationen zugestimmt, Ausfuhren ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer zu ermöglichen. Im Gegenzug sollten russische Agrarexporte auf den Weltmarkt gelangen.
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Diese Bedingung sei aus russischer Sicht nicht erfüllt worden, sagte Sacharowa. Der humanitäre Korridor sei zudem für Angriffe auf russische Ziele genutzt worden. Russland hatte das Abkommen im Juli 2023 aufgekündigt.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf laut einem Bericht der ukrainischen Zeitung Ukrajinska Prawda der Türkei und den USA vor, auf ukrainische Angriffe im Schwarzen und im Kaspischen Meer nicht zu reagieren. Werde ein türkisches Frachtschiff, ein Tanker oder ein anderes ziviles Schiff von einer ukrainischen Drohne getroffen oder würden Anlagen des Kaspischen Pipeline-Konsortiums beschädigt, folge darauf keine öffentliche Verurteilung durch Ankara oder Washington, sagte Lawrow.
Hinter den Kulissen sollen die Türkei und US-Vizepräsident JD Vance ihm zufolge aber an Kiew appelliert haben, die Anlagen, an dem die US-Konzerne Chevron und ExxonMobil beteiligt sind, zu verschonen.
Nach einem Bericht der Nachrichtenseite Ukranews hat die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf nicht-russische Öltanker nahe Noworossijsk zuletzt eingestellt. Grundlage sei eine Bitte von Vance aus dem Juli, wonach Washington eine weitere Destabilisierung der Ölmärkte und Schäden für US-Unternehmen befürchtet habe.
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