Ein deutscher Regierungsflieger steht seit Tagen auf den Seychellen. Die Maschine der Bundeswehr-Flugbereitschaft ist in dem Urlaubsparadies – jedoch ohne eine Dienstreise der Minister. Entdeckt hat sie ein Urlauber.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Malte Kaufmann fotografierte den geparkten Jet und vermutete sofort eine heimliche Reise des Kanzlers oder eines Ministers. Doch der wahre Grund ist unspektakulärer: Der Regierungsflieger strandete auf den Seychellen wegen eines technischen Problems – auf einem Trainingsflug, komplett ohne Politiker an Bord.
Warum der Regierungsflieger auf den Seychellen feststeckt
Bei der Maschine handelt es sich um eine Bombardier Global 5000. Sie war nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf einem Trainingsflug von Ägypten zur französischen Insel Réunion im Indischen Ozean unterwegs.
Wegen eines technischen Problems musste sie außerplanmäßig auf dem Inselstaat zwischenlanden.
„An der Behebung des Problems wird aktuell gearbeitet“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. An Bord sei nur die Crew gewesen: „Die Besatzung ist wohlauf“.
Was die Crew auf dem Trainingsflug übt
Solche Trainingsflüge sind laut Ministerium für die Aus- und Weiterbildung der Besatzungen nötig. Geübt werden unter anderem Verfahren beim Fliegen über unkontrolliertem Luftraum sowie besondere Anflugverfahren.
Dazu kommt der Flugbetrieb unter außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen – etwa nahe dem Äquator, in der Innertropischen Konvergenzzone und bei hohen Temperaturen.
Wer den Jet entdeckte – ein AfD-Politiker im Urlaub
Öffentlich wurde der Vorfall durch ein Foto auf der Plattform X. Malte Kaufmann, der sich nach eigenen Angaben selbst im Urlaub auf den Seychellen befindet, veröffentlichte das Bild der geparkten Maschine.
Seine erste Vermutung: eine unangekündigte Reise eines Regierungsmitglieds. Diese Annahme bestätigte sich nicht.
Wofür die Bundeswehr-Flugbereitschaft zuständig ist
Verantwortlich für die Flugbereitschaft ist das Verteidigungsministerium. Sie bringt regelmäßig den Bundeskanzler, Ministerinnen und Minister, den Bundestagspräsidenten sowie weitere Repräsentanten der Bundesrepublik zu Terminen im In- und Ausland.
Nicht der erste Zwischenfall: Die Pannenserie der Regierungsflieger
Der gestrandete Jet auf den Seychellen reiht sich in eine lange Geschichte technischer Probleme ein. Erst Anfang November 2025 musste Außenminister Johann Wadephul (CDU) seine Reise zu einem EU-Lateinamerika-Gipfel umplanen. Der vorgesehene Airbus A350 der Flugbereitschaft war wegen eines technischen Defekts nicht einsatzbereit, teilte das Auswärtige Amt mit. Wadephul flog stattdessen per Linienmaschine nach Kolumbien.
Im August 2023 traf es seine Vorgängerin Annalena Baerbock. Bei einem Tankstopp in Abu Dhabi ließen sich an einem Airbus A340 die Landeklappen nicht einfahren. Nach einem zweiten gescheiterten Versuch brach sie ihre Reise nach Australien, Neuseeland und Fidschi ab.
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Die wohl bekannteste Panne erlebte Kanzlerin Angela Merkel im November 2018: Auf dem Weg zum G20-Gipfel nach Buenos Aires musste ihr A340 wegen defekter Funksysteme umkehren und in Köln landen. Sie reiste am nächsten Tag mit einem Linienflug – der Spott war groß.
Die beiden pannenanfälligen A340 wurden nach Baerbocks Reiseabbruch vorzeitig ausgemustert. Anfang 2023 bestellte die Bundeswehr für rund 1,2 Milliarden Euro drei neue A350 – von denen einer nun ausgerechnet Wadephul im Stich ließ.
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