Kolumne

Berlin-Wahl: Sollten Obdachlose wählen dürfen?

Als unser Kolumnist las, dass die Wahlurne nun zu den Wohnungslosen kommt, fragte er sich, wie sich die Sache mit den Betroffenen in seinem Viertel verhält.

Jens Blankennagel
Jens Blankennagel
3 Min
Wer lebt offiziell in dieser Stadt? Nur all jene in den Wohnungen oder auch die auf der Straße?

Wer lebt offiziell in dieser Stadt? Nur all jene in den Wohnungen oder auch die auf der Straße?

© Seeliger/Snapshot-photography/Imago

Für die Wahl am 20. September ist wichtig, wer wo wohnt. Bei uns im Haus gibt es zwei Dutzend Wohnungen, in denen meist Familien mit Kindern leben, also vier Dutzend Eltern. Die Kinder spielen für die Wahl keine Rolle. Aber alle Erwachsenen dürfen wählen, weil sie im Bezirk Friedrichshain wohnen, weil sie genau in dieser Straße polizeilich gemeldet sind, genau in diesem Haus.

Die Adresse ist wichtig. In den Wahlunterlagen ist genau eingetragen, in welchem Wahllokal wir uns alle einzufinden haben, wenn wir an der Wahl teilnehmen wollen. Nun aber sollen auch Wohnungslose wählen dürfen – das klingt erst mal ungewöhnlich.

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