Ölmarkt

Neuer US-Iran-Deal nicht in Sicht – Ölpreis zieht den dritten Tag in Folge an

Der Brent-Preis hat den höchsten Stand seit Ende Juli erreicht. Die im Juni vereinbarte 60-Tage-Frist für ein längerfristiges Abkommen ist am Montag verstrichen.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Strand auf der Hormus-Insel im Südiran: In der Meerenge sind fast keine Handelsschiffe mehr unterwegs.

Strand auf der Hormus-Insel im Südiran: In der Meerenge sind fast keine Handelsschiffe mehr unterwegs.

© Farshid-M. Bina/dpa

Der Ölpreis hat am Dienstag den dritten Tag in Folge angezogen. Der Terminkontrakt auf die Nordseesorte Brent ist laut Reuters im frühen Handel um 27 Cent auf 91,14 US-Dollar je Barrel gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit Ende Juli erreicht. Die US-Sorte WTI hat um 42 Cent auf 85,04 US-Dollar zugelegt.

Als Auslöser nannten Marktanalysten die stockende Diplomatie zwischen Washington und Teheran sowie einen neuen Zwischenfall in der Straße von Hormus. Nach Angaben der britischen Seefahrtbehörde (UKMTO) ist dort ein Handelsschiff beim Auslaufen aus der Meerenge von einem unbekannten Geschoss getroffen worden.

Nach den Angaben der UKMTO wurde der Maschinenraum beschädigt, ein Besatzungsmitglied kam zu Schaden. Die übrige Crew werde von der Küstenwache des Oman betreut. Umweltschäden seien bislang nicht bekannt, die Behörden ermittelten. Wer für den Angriff verantwortlich ist, blieb zunächst offen.

Passagen fast zum Erliegen gekommen

Der Zwischenfall trifft eine ohnehin weitgehend blockierte Schifffahrtsroute. Reuters zufolge liegt die Zahl der Durchfahrten durch die Meerenge weiterhin im einstelligen Bereich pro Tag – vor Kriegsbeginn im Februar waren es mehr als 130 Passagen täglich.

Schiffsverfolgungsdaten des Analysehauses Kpler zeigten Reuters zufolge, dass am vergangenen Samstag lediglich drei Handelsschiffe die Straße von Hormus passierten, am Sonntag zwei. Am Wochenende zuvor waren es noch 31 Schiffe.

Die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Iran und Oman ist einer der Hauptstreitpunkte im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gehört zu den wichtigsten Handelswegen für Öl und Flüssiggas.

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Beeinflusst wurde der Markt zusätzlich durch das Auslaufen der im Islamabad-Memorandum vereinbarten Frist. Die im Juni unterzeichnete Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran sollte beiden Seiten 60 Tage Zeit für ein längerfristiges Abkommen geben. Sie ist am Montag ausgelaufen. Die vereinbarte Feuerpause war bereits zerbrochen und von US-Präsident Donald Trump für beendet erklärt worden.

Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur, das Land werde zu einer „vollständig offensiven“ militärischen Ausrichtung übergehen, da die Verhandlungen über ein dauerhaftes Kriegsende festgefahren seien.

Iran und Oman verhandeln getrennt

Parallel verhandeln der Iran und der Oman nach Angaben beider Seiten über eine Regelung für den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. Die USA sind an diesen Gesprächen nicht beteiligt. Trump drohte dem Golfstaat mit einem Bombardement, sollte dieser die US-Bemühungen um eine Wiederöffnung der Straße von Hormus behindern.

Washington werde einer Vereinbarung ohne garantierte freie Durchfahrt kaum zustimmen, berichtete der Finanzdatenanbieter Trading Economics. Zugleich meldeten US-Medien, dass Trump inoffizielle Gespräche mit den iranischen Revolutionsgarden aufgenommen habe.

Verschärft wird die Lage zusätzlich durch einen von der jemenitischen Huthi-Miliz behaupteten Angriff. Deren Militärsprecher Yahya Saree erklärte auf Telegram, die Gruppe habe im Roten Meer ein Schiff der saudischen Marine sowie vier Begleitschiffe mit Raketen beschossen.

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