Energie

Gasspeicher so schlecht gefüllt wie nie: Europa braucht jetzt 420 LNG-Ladungen mehr

Asien lockt immer mehr LNG-Tanker weg. Europa müsste mit höheren Gaspreisen gegenhalten. Trotzdem überlässt die Bundesregierung die Wintervorsorge dem Markt.

6 Min
Europas Gasspeicher sind so schlecht gefüllt wie noch nie zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Datenerfassung.

Europas Gasspeicher sind so schlecht gefüllt wie noch nie zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Datenerfassung.

© Peter Kneffel/dpa

Die Gasspeicher-Krise in Europa spitzt sich zu. Laut Daten von Gas Infrastructure Europe (GIE) sind die EU-Speicher mit aktuell 61,4 Prozent so schlecht gefüllt wie noch nie zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2011. In Deutschland ist die Lage noch angespannter: Hier liegt der Füllstand nur bei rund 50 Prozent – ebenfalls ein historischer Tiefstand für diese Jahreszeit.

Nun treibt der Wettlauf um Flüssigerdgas (LNG) die Preise weiter nach oben. Europa benötigt laut einer Analyse der Energieplattform Montel News bis Ende Oktober mehr als 420 LNG-Ladungen, um die Speicher bis Anfang November wenigstens zu 80 Prozent zu füllen. Das reguläre EU-Speicherziel für den Winter liegt sogar bei 90 Prozent. „Gleichzeitig verliert Europa zunehmend LNG-Ladungen an höher zahlende asiatische Märkte und könnte Gaspreise über 60 Euro/MWh brauchen, um ausreichend Angebot während der verbleibenden Einspeicherungssaison anzulocken“, warnt Montel-Gasmarktexperte Joachim Endress.

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