Nach den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines haben die Ermittler einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, wurde er in Kroatien gefasst. Der Ukrainer soll an den Tauchgängen zum Anbringen der Sprengsätze mitgewirkt haben.
Kroatische Polizeikräfte hatten nach Angaben der Bundesanwaltschaft am Dienstagmorgen in der Küstenstadt Pula den ukrainischen Staatsangehörigen Vladimir Z. festgenommen. Grundlage sei ein Europäischer Haftbefehl des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 3. Juni 2024, teilte die Karlsruher Behörde mit. Der Zugriff sei durch die Polizeidirektion Pula erfolgt und von der Generalpolizeidirektion Zagreb koordiniert worden.
Dem Beschuldigten wird „gemeinschaftliches Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, verfassungsfeindliche Sabotage sowie Zerstörung von Bauwerken“ zur Last gelegt. Er sei dieser Taten dringend verdächtig, so die Bundesanwaltschaft.
Rolle bei den Tauchgängen
Vladimir Z. ist nach Angaben der Ermittler ausgebildeter Taucher. Er soll zu einer Gruppe um den gesondert verfolgten Serhii K. gehört haben, die im September 2022 nahe der dänischen Insel Bornholm Sprengsätze an den beiden Nord-Stream-Gasleitungen anbrachte. Der Beschuldigte habe sich an den dafür erforderlichen Tauchgängen beteiligt, heißt es im Haftbefehl.
Für die Fahrt sei eine Segelyacht genutzt worden, die von Rostock aus in See gestochen sei. Das Schiff sei zuvor mit Hilfe gefälschter Ausweispapiere über Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen angemietet worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die Sprengsätze detonierten am 26. September 2022 und beschädigten drei der vier Pipelinestränge schwer.
Überstellung nach Deutschland geplant
Nach seiner Überstellung aus Kroatien soll der Beschuldigte dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit.
Gegen den gesondert verfolgten Serhii K. hatte die Bundesanwaltschaft nach eigenen Angaben bereits am 30. Juni 2026 vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg Anklage erhoben.
Der Ukrainer war Ende August 2025 in Italien gefasst und im November nach Deutschland überstellt worden. Ein weiterer mutmaßlich beteiligter Taucher war zuvor in Polen festgenommen, von dort jedoch nicht an Deutschland ausgeliefert worden.
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