Fabian Köster, Reporter und Kabarettist der ZDF-„Heute Show“, ist an einem AfD-Wahlkampfstand mit dem Mikrofon auf Ulrich Siegmund zugegangen. Es folgte ein rund dreiminütiger Schlagabtausch, der seither in den sozialen Medien kursiert.
Das Aufeinandertreffen von Siegmund gegen Köster drehte sich um den Rundfunkbeitrag, angebliche NS-Bezüge in der AfD und den Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt. Siegmund ist dort Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl.
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„Was machst du, wenn die GEZ weg ist?“ Fragt Siegmund
Die Begegnung beginnt betont freundlich. Siegmund und Köster begrüßen sich lächelnd per Handschlag. Den ersten Vorstoß macht Siegmund: „Was machst du, wenn die GEZ weg ist? Normal arbeiten gehen, könnt ihr das?“, fragt er den ZDF-Mann.
Köster kontert: „Ich dachte, ich komme vom ‚Grundfunk'. Dann reden Sie endlich mal mit mir. Sie haben sich ja nicht getraut bis jetzt, oder?“ Der Begriff stammt aus einer „Heute Show“-Folge, in der der öffentlich-rechtliche Rundfunk so genannt wurde.
Konfrontation zwischen Köster und Siegmund
Dann wird es schärfer. Köster fragt nach Siegmunds Lieblingslied und wirft Siegmund vor: „Sie singen die DDR‑Hymne.“ Weiter fragt Köster: „Müssen Sie sich langsam nicht mal entscheiden, von welcher Diktatur Sie Fan sind?“
„Das war jetzt ein bisschen schwach“, reagiert Siegmund. Später behauptet Köster, Siegmunds Pressesprecher sei bei der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) gewesen. Siegmund reagiert lachend: „Und jetzt? Wen interessiert das?“
Streit über den Rundfunkbeitrag
Auch inhaltlich geht es um den Rundfunk. „Was machen Sie denn, wenn der Rundfunkvertrag weg ist?“, fragt Siegmund.
Köster verweist auf hohe Hürden des Bundesverfassungsgerichts und fragt zurück, ob sich Siegmund „mit der Verfassung“ auskenne. Dessen Antwort: „Ja, von 1988 ist die Rechtsgrundlage. Das werden wir anfassen. Wir machen das schon“.
Der Schlagabtausch über Fachkräfte
Köster hält der AfD vor, sie wolle auf „ausländische Fachkräfte verzichten“. Siegmund widerspricht: Ausländische Fachkräfte seien „herzlich willkommen“, aber keine Lösung des Problems.
Dann fragt Köster zugespitzt: „Das heißt, wenn Sie jetzt einen Schlaganfall kriegen, sollen wir warten, bis ein blonder, blauäugiger Arzt da ist?“ Siegmund antwortet nicht, sondern nennt die Frage „wirklich unterste Schublade“.
Köster hakt zur „Geburtenwende“ nach: „Wissen Sie, wie lange das dauert, von der Zeugung bis zur Fachkraft?“ Siegmund, Vater von zwei Töchtern, fragt zurück: „Hast du Kinder?“ Köster antwortet: „Nee, bin ja selbst noch ein Kind“.
Wie Siegmund das Gespräch beendet
Diese Antwort nutzt Siegmund für seinen Abgang. „Wunderbar, selbstentlarvend“, sagt er und spottet über angebliche „Sparmaßnahmen“ beim ZDF.
„Hier zerschellt der öffentlich-rechtliche Rundfunk an der Realität“, so Siegmund. Er klopft Köster auf die Schulter und verabschiedet sich: „Wir holen uns unser Land zurück, liebe Freunde, jetzt muss ich weiter“.
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