Statistik

21,5 Milliarden Euro: Warum die Sozialhilfe-Ausgaben steigen – obwohl die Regelsätze gleich bleiben

Die Sozialhilfe-Ausgaben stiegen 2025 um 6,1 Prozent. Insgesamt waren es 21,5 Milliarden Euro. Ein Posten wuchs besonders stark.

3 Min
Die Sozialhilfeträger haben im letzten Jahr 21,5 Milliarden Euro für Leistungen ausgegeben.

Die Sozialhilfeträger haben im letzten Jahr 21,5 Milliarden Euro für Leistungen ausgegeben.

© Jan Woitas/dpa

Die Sozialhilfeträger in Deutschland haben 2025 netto 21,5 Milliarden Euro für Leistungen ausgegeben. Das sind 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Zahlen hat das Statistische Bundesamt am 21. August veröffentlicht. Ein Bereich fällt dabei besonders auf: Die Hilfe zur Pflege legte mit 13,3 Prozent kräftig zu. Die neuen Daten zeigen, wohin das Geld fließt und welche Posten den Anstieg treiben.

Wie hoch sind die Sozialhilfe-Ausgaben 2025?

Die Nettoausgaben für Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch lagen 2025 bei 21,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Erfasst sind dabei ausschließlich Leistungen nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch. Das Bürgergeld und die Eingliederungshilfe zählen nicht dazu.

Grundsicherung im Alter bleibt größter Posten

Den größten Block bildet weiterhin die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Auf sie entfielen 54,9 Prozent der Ausgaben, das sind nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 11,8 Milliarden Euro.

Diese Leistungen werden vollständig aus Erstattungsmitteln des Bundes an die Länder finanziert. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben hier um 2,9 Prozent. Ihr Anteil an den Gesamtausgaben sank jedoch im dritten Jahr in Folge – 2022 hatte er noch bei 59,0 Prozent gelegen.

Warum die Regelsätze erstmals seit 2011 stabil blieben

So niedrig wie zuletzt 2016 fiel der Anstieg bei der Grundsicherung im Alter aus. Damals waren es 2,5 Prozent gegenüber 2015. Ein wesentlicher Faktor sind die Regelsätze. Zum 1. Januar 2025 blieben die Regelsätze der Sozialhilfe für den monatlichen Lebensunterhalt unverändert – erstmals, seit das Regelbedarfs-Ermittlungsgesetz am 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist.

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In den beiden Jahren zuvor war es anders: 2023 und 2024 waren die Regelsätze im Rahmen der jährlichen Fortschreibung jeweils stark erhöht worden. Entsprechend deutlich stiegen laut Statistischem Bundesamt damals auch die Ausgaben.

Hilfe zur Pflege treibt die Sozialhilfe-Ausgaben

Der stärkste Zuwachs entfiel auf die Hilfe zur Pflege. Die Nettoausgaben stiegen um 13,3 Prozent auf 6 Milliarden Euro.

Damit wuchs auch der Anteil dieses Postens an den gesamten Sozialhilfe-Ausgaben – zum dritten Mal in Folge. 2025 lag er bei 27,8 Prozent, gegenüber 23,6 Prozent im Jahr 2022.

Weitere Leistungen im Überblick

Für die Hilfe zum Lebensunterhalt gaben die Träger 1,7 Milliarden Euro aus, ein Plus von 4,4 Prozent. Ihr Anteil an den Gesamtausgaben sank zum dritten Mal in Folge, auf 8,0 Prozent. 2022 hatte er noch bei 8,5 Prozent gelegen.

In die Hilfen zur Gesundheit, die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten und die Hilfe in anderen Lebenslagen flossen zusammen 2 Milliarden Euro. Das waren 6,7 Prozent mehr als 2024.

Was zählt zur Sozialhilfe – und was nicht?

Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Leistungen nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch. Nicht enthalten ist die Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II, also das Bürgergeld. Auch die Eingliederungshilfe zählt nicht mehr dazu.

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