Der Soziologe Steffen Mau warnt in der FAZ vor einer „selbstgerechten Ostdeutschtümelei“. Das ist ein bemerkenswerter Begriff. Bemerkenswert deshalb, weil er eine Haltung beschreibt, die es in dieser Form gar nicht gibt. Was heute aus Ostdeutschland zu hören ist, ist weder selbstgerecht noch tümelnd. Es ist vielmehr der verspätete Versuch einer Gesellschaft, ihre eigene Geschichte gegen jahrzehntelange Fremderzählungen zu verteidigen.
Ost-West-Konflikt
Nicht „Ostdeutschtümelei“, sondern verspätete Selbstbehauptung prägt nun den Osten
Kaum erhebt der Osten seine Stimme, „tümelt“ er. Steffen Mau bedient mit seiner Kritik in der FAZ ausgerechnet jenes Deutungsmuster, das er eigentlich überwinden möchte.
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36 Jahre nach der Wiedervereinigung lebt der Ost-West-Konflikt erneut auf: Wer hat die Deutungshoheit?
© Fernando Gutierrez-Juarez
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