Prinz Harry, Elton John und fünf weitere Kläger müssen nach ihrer Niederlage gegen den Verlag der Daily Mail gemeinsam zunächst 9,54 Millionen Pfund zahlen. Das entschied der High Court in London. Die Summe entspricht rund elf Millionen Euro.
Bei dem Betrag handelt es sich um eine vorläufige Zahlung auf die Prozesskosten von Associated Newspapers. Nach Angaben des Guardian muss das Geld bis zum 28. August überwiesen werden. Wie hoch die endgültige Rechnung ausfällt, steht noch nicht fest.
Neben Harry und Elton John gehören Johns Ehemann David Furnish, die Schauspielerinnen Elizabeth Hurley und Sadie Frost, die Bürgerrechtlerin Doreen Lawrence und der frühere Politiker Simon Hughes zu den Klägern.
Richter kritisiert Führung des Verfahrens
Die Gruppe hatte Associated Newspapers vorgeworfen, sich mit rechtswidrigen Methoden private Informationen beschafft zu haben. Dabei ging es unter anderem um Telefon-Hacking und den mutmaßlichen Einsatz von Abhörtechnik. Der Verlag wies die Anschuldigungen zurück.
Richter Matthew Nicklin hatte die Klagen im Juli nach einem elfwöchigen Prozess vollständig abgewiesen. Die Kläger hätten nicht belegen können, dass die veröffentlichten Informationen rechtswidrig beschafft worden seien. Ein Verdacht allein reiche dafür nicht aus.
In seiner nun veröffentlichten Entscheidung über die Kosten kritisierte Nicklin auch die Führung des Verfahrens. Schwere Anschuldigungen hätten teilweise auf Spekulationen und Schlussfolgerungen beruht. „Das Verhalten war in hohem Maße unangemessen“, sagte der Richter laut Reuters.
Klägern droht deutlich höhere Rechnung
Nicklin ordnete deshalb an, die noch ausstehenden Kosten nach einer für die Kläger strengeren Regel zu berechnen. Dabei entfällt die sonst übliche Prüfung, ob sämtliche Ausgaben des Verlages im Verhältnis zur Bedeutung des Verfahrens stehen.
Associated Newspapers bezifferte seine bisherigen Prozesskosten vor Gericht auf 34,5 Millionen Pfund. Die Versicherung der Kläger deckt Reuters zufolge jedoch nur rund 16 Millionen Pfund ab. Harry und seine Mitkläger könnten daher einen erheblichen Teil der Kosten selbst tragen müssen. Wie die Rechnung unter ihnen aufgeteilt wird, ist noch offen.
Der Verlag bezeichnete die Kostenentscheidung als einen weiteren überwältigenden Sieg für die Mail und ihren Journalismus. Ein Sprecher von Prinz Harry reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von Reuters. Nach der Abweisung der Klage hatte Harry das Urteil als „vollständigen und offensichtlichen Persilschein“ kritisiert.
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