Die US-Regierung hat dem Kongress offenbar mitgeteilt, dass sie einen Teil ihrer Beitragsschulden an die Vereinten Nationen begleichen will. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump plant nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters eine Zahlung von 725 Millionen Dollar an die Vereinten Nationen.
Das gehe aus einem Schreiben des US-Außenministeriums an den Kongress vom 4. August hervor, in das Reuters Einsicht hatte. Bis Freitag seien allerdings noch keine Mittel überwiesen worden, sagte ein US-Regierungsvertreter der Agentur.
UN-Sprecher Stéphane Dujarric sagte laut der Nachrichtenagentur AP zuvor, Guterres stehe seit längerem mit dem US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, in Kontakt. Man warte darauf, wann und in welcher Höhe Zahlungen erfolgten.
So hich sind die Schulden der USA bei den UN
Die Summe entspricht weniger als 20 Prozent der Beträge, die die UN nach eigenen Angaben von Washington fordert. Im Mai hatten die Vereinten Nationen die offenen US-Zahlungen auf mehr als vier Milliarden Dollar beziffert.
Davon entfielen laut UN rund 2,04 Milliarden Dollar auf den regulären Haushalt, 2,2 Milliarden Dollar auf laufende und frühere Friedensmissionen sowie 44 Millionen Dollar auf UN-Tribunale. Washington nennt eine deutlich niedrigere Gesamtsumme.
Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte laut Reuters, weitere Zahlungen seien an fortgesetzte Reformen der Weltorganisation geknüpft. In den vergangenen sechs Monaten seien Einsparungen von nahezu einer Milliarde Dollar erreicht worden.
Sorge vor Zahlungsausfällen im Herbst
UN-Generalsekretär António Guterres hatte Anfang des Jahres in einem Schreiben an die Mitgliedstaaten gewarnt, die Mittel für den regulären Haushalt könnten bis Juli aufgebraucht sein. Es drohe der „finanzielle Kollaps“.
Der frühere UN-Mitarbeiter Eugene Chen sagte Reuters, die geplante Überweisung würde die Gehaltszahlungen der Organisation nun für einige Zeit sichern. Ohne weitere Zahlungen drohe den USA im Januar der Verlust ihres Stimmrechts in der Generalversammlung. Nach Artikel 19 der UN-Charta verlieren Mitgliedstaaten ihr Stimmrecht, wenn ihre Rückstände die Beiträge von zwei Jahren übersteigen.
Ronny Patz vom deutschen Forschungsinstitut IDOS erklärte gegenüber Reuters, eine größere Zahlung könne unmittelbare Kürzungen abwenden. Ohne diese Mittel gerate die UN in den letzten Monaten des Jahres in ernste Schwierigkeiten bei der Zahlung von Gehältern.
USA größter Beitragszahler
Die USA sind vor China der größte Beitragszahler der Vereinten Nationen. Nach UN-Angaben stammen 95 Prozent der Rückstände beim regulären Haushalt aus Washington. An zweiter Stelle steht Venezuela mit 38 Millionen Dollar – das Land hat sein Stimmrecht in der Generalversammlung bereits verloren.
Bis zum 18. August hatten laut einem UN-Dokument 129 der 193 Mitgliedstaaten ihre Beiträge vollständig gezahlt, China war ebenfalls nicht darunter.
Gelder aus politischen Gründen werden zurückgehalten
Die Trump-Regierung hat sich zudem aus zahlreichen UN-Organisationen zurückgezogen, darunter die Weltgesundheitsorganisation und die Kulturorganisation Unesco.
Nicht überwiesen wurden laut Reuters auch rund 153,4 Millionen Dollar an sogenannten politisch begründeten Zurückhaltungen, unter anderem für den Menschenrechtsrat und das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge.
Die Vereinten Nationen haben ihren Haushalt für 2026 bereits um 9,2 Prozent gekürzt und mehr als 2000 Stellen aus Genf und New York an günstigere Standorte verlagert.
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