Schicksalswahl

Gastbeitrag: Der Siegmund-Wechsel muss kommen, Sachsen-Anhalt ist am Zug

Sachsen-Anhalt könnte zum Ausgangspunkt eines politischen Umbruchs werden. Ex-CDU-Bundestagsabgeordneter Philipp Lengsfeld erklärt, warum er auf eine möglichst starke AfD setzt.

Philipp Lengsfeld
3 Min
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in Magdeburg mit zwei Fans

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in Magdeburg mit zwei Fans

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

Am 6. September steht eine zentrale Weichenstellung für Deutschland an. Sachsen-Anhalt wählt und der Siegmund-Wechsel ist möglich! Dafür zählt aber für Ulrich Siegmund und seine AfD Sachsen-Anhalt jede Stimme! Denn für den Wechsel braucht es eine Mehrheit und für einen wirklich erfolgreichen Wechsel eine möglichst große Mehrheit.

Die Fraktion der AfD Sachsen-Anhalt kann dabei nicht stark genug sein, damit Ulrich Siegmund dann mit dem Ergebnis des 6. Septembers in Sachsen-Anhalt konsequent umsteuern kann. Oder um ihn selber zu zitieren: „Vielleicht geht der Osten den ersten Schritt, aber was wir machen, machen wir für Deutschland.“

Eine „Mauer“ als Stützfunktion eines Staatssystems

Die Bonn-Berliner Republik ist mit ihrer grünistischen kollektivistischen Konsenslinie am Ende. Das ist aber nicht das Ende der Demokratie, sondern im Gegenteil die Re-Demokratisierung des Landes: Es zählt wieder das Leistungsprinzip; Pragmatismus und Lösungsorientierung schlagen vereinsgelähmten Dogmatismus und verzweifeltes Festhalten an alten Glaubensängsten („Klimakatastrophe“).

Das irre Konzept „Mauer“ als Stützfunktion eines Staatssystems scheitert erneut, diesmal zum Glück nur als Farce – wer wirklich „glauben“ konnte, dass eine Denk- und Kooperationsmauer ein deutsches Politikkartell auf Dauer an der „Macht“ halten kann, der hat die Grundzüge der freiheitlich-demokratischen Leistungsgesellschaft im Grunde nicht verstanden oder – noch schlimmer – nicht akzeptiert.

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Regierungen, die (auch noch größtenteils selbstgemachte) Probleme nicht nur nicht lösen, sondern neuerdings gar nicht mehr anpacken, gehören abgewählt. Wer in einem Parlament Mehrheiten nicht für die Politik nutzt, für die er oder sie gewählt wurde, der verrät nicht nur seine Wählerinnen und Wähler (und auch seine Partei), sondern im Grunde die Demokratie an sich.

All das steht in Sachsen-Anhalt an: Die deutsche Energie- und Industriepolitik muss sofort geändert werden: Weg von Steuern, Bürokratie und „Nicht-bei-uns“-Dogmen hin zu Wertschöpfung und Leistung auf allen Ebenen – mit dem Fracken von heimischem Gas sollte man anfangen.

Die Migration, Integration und die Bildung und die Themen Fachkräftemangel und Fachkräfteentlassungen in der deutschen Industrie müssen stringent angepackt werden. Der Föderalismus lässt viele Freiheiten und kann endlich mal seine vorhandenen Stärken wieder entfalten – eine Sonderwirtschaftszone, startend in Sachsen-Anhalt, würde das richtige Signal senden.

Zur Person
Markus Wächter / Waechter

Zur Person

Dr. Philipp Lengsfeld, geboren 1972 in Ost-Berlin, ist parteilos aktiv im liberal-konservativen Lager. Er war 20 Jahre Mitglied der CDU und in der 18. Wahlperiode von 2013 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Das Zwangskorsett der Vertragskoalitionen

Was fehlt, ist der letzte Schritt, und da sollte man nicht ängstlich sein: Das Wahlziel 45 Prozent plus für die Siegmund-AfD ist in greifbarer Nähe, und im restlichen Lager, mit insbesondere der völlig ideologisierten Linkspartei, gibt es eine Alternative: Mit Stimmen für das BSW wird eine für alle Seiten destruktive Zwangsehe von Rest-CDU und neu-radikaler Linkspartei vermieden und der Weg für den Wechsel sicher freigemacht.

Und das ist meine persönliche Sicht: Mit dem Fall der „Brandmauer“ sollte Deutschland auch das Zwangskorsett der Vertragskoalitionen hinter sich lassen: „Dynamische Stabilität“ ist das Gebot der Stunde. Und über eine weitere Kraft, die für Wechsel und Vernunft steht und weder vor der Renaissance der Kernkraft noch vor dem Kauf von russischem Gas Angst hat, kann und wird sich auch eine Siegmund-AfD mit absoluter Mehrheit nicht beklagen. Der Siegmund-Wechsel ist möglich! Und muss kommen. Sachsen-Anhalt: Du bist am Zug!

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