Knapp vier Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September steht der Wahl-O-Mat im Internet bereit. Nutzer können ihre Positionen mit denen der antretenden Parteien vergleichen.
Die Bundeszentrale für politische Bildung und die Berliner Landeszentrale für politische Bildung haben das Online-Angebot am Montag freigeschaltet. Zu finden ist es unter www.wahl-o-mat.de. Bei der Präsentation dabei waren die Spitzenkandidaten Steffen Krach (SPD), Werner Graf (Bündnis 90/Die Grünen), Elif Eralp (Die Linke) und Kristin Brinker (AfD) sowie Lukas Krieger für die CDU.
38 Thesen zu zentralen Berliner Themen
Zu 38 Forderungen werden die Positionen der zur Abgeordnetenhauswahl antretenden Parteien verglichen. Das Werkzeug errechnet den Grad der Übereinstimmung und erläutert, warum eine Partei eine bestimmte Position vertritt. Nutzer können auf jede Frage mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „neutral“ oder „These überspringen“ antworten. Themen, die besonders wichtig sind, lassen sich zusätzlich gewichten.
Die Thesen drehen sich um Wohnen, Bildung, Migration, Kultur, Müll und Verkehr. Abgefragt werden nach Angaben der Veranstalter unter anderem Haltungen zur Enteignung von Wohnungsunternehmen, zu Klimazielen, Deutschkursen, Obdachlosigkeit, der Förderung von Clubs sowie zu verkaufsoffenen Sonntagen und Fahrradstraßen. Entwickelt wurden die Thesen laut Senat von Jungwählern aus Berlin, Fachleuten aus Wissenschaft, Journalismus und Bildung sowie Verantwortlichen der beiden Landeszentralen.
Millionenfache Nutzung
Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet den Wahl-O-Mat seit 2002 an. Vor der Bundestagswahl 2025 wurde das Angebot nach Angaben des Senats 26 Millionen Mal genutzt. Für eine Berliner Abgeordnetenhauswahl gibt es das Angebot zum fünften Mal. Bei der Wahl 2021 wurde er über eine Million Mal aufgerufen, bei der Wiederholungswahl 2023 mehr als eine halbe Million Mal.
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Neben dem Wahl-O-Mat stehen weitere Entscheidungshilfen bereit. Der Sozial-O-Mat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz konzentriert sich auf soziale Themen wie Wohnen, Gesundheit und Pflege, Armut, Zuwanderung sowie Kinder und Jugend. Der „Party-Check“ eines Forschungsteams um den Potsdamer Politikwissenschaftler Jan Philipp Thomeczek umfasst 18 Fragen mit einer 20-stufigen Antwortskala und liegt erstmals auch in englischer sowie türkischer Sprache vor. Anders als beim Wahl-O-Mat stammen die Parteipositionen laut Universität Potsdam dort nicht von den Parteien selbst, sondern aus einer Fachbefragung. (mit dpa)
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