Eine Boeing 777 der Fluggesellschaft Swiss hat am Dienstagmorgen über dem Atlantik einen Notruf abgesetzt und ist auf den Azoren gelandet. An Bord von Flug LX9 befanden sich 222 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder.
Die Maschine mit dem Kennzeichen HB-JNF war von Chicago nach Zürich unterwegs. Nach Angaben von Swiss-Operativchef Oliver Buchhofer nahm die Crew an Bord einen chemischen Geruch wahr. Weitere Angaben zu dessen Ursache machte er zunächst nicht, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.
Swiss-Crew aktiviert Notfallcode 7700
Flugdaten zeigen, dass die Besatzung über dem Atlantik den Transpondercode 7700 aktivierte. Dieser Code signalisiert der Flugsicherung einen allgemeinen Notfall und verschafft der betroffenen Maschine höchste Priorität. Er wird unter anderem bei Rauch, technischen Problemen, Druckverlust oder medizinischen Notfällen verwendet.
Welche konkrete Gefahr an Bord von LX9 bestand, ist bislang nicht bekannt. Der Code 7700 bedeutet nicht automatisch, dass sich ein Flugzeug in unmittelbarer Absturzgefahr befindet. Besatzungen können ihn auch vorsorglich aktivieren, wenn eine schnelle Landung erforderlich erscheint.
Die Boeing 777-300ER änderte ihren Kurs und landete gegen 8.30 Uhr auf der Azoreninsel Terceira, wie aus Flugdaten von Flightradar24 hervorgeht. Nach Angaben von Aerotelegraph setzte die Maschine auf der Base Aérea das Lajes auf. Der portugiesische Militärflugplatz wird auch für zivile Flüge genutzt.
Swiss schickt Ersatzmaschine nach Terceira
Swiss will die Passagiere nicht mit der betroffenen Boeing weiterfliegen lassen. Stattdessen soll am Dienstagnachmittag eine andere Maschine auf die Azoren geschickt werden.
„Heute Abend sind wir hoffentlich mit unseren Gästen wieder da“, sagte Buchhofer laut Keystone-SDA. Wann die Boeing 777 mit dem Kennzeichen HB-JNF wieder eingesetzt werden kann, war zunächst nicht bekannt.
Zwei weitere Swiss-Flüge mussten zuletzt wegen Rauch ausweichen
Für Swiss ist es bereits die dritte außerplanmäßige Landung eines Langstreckenfluges innerhalb weniger Wochen, bei der Rauch oder ein auffälliger Geruch gemeldet wurde.
Am 27. Juli musste ein Flug von Zürich nach New York im US-Bundesstaat Maine landen. Später stellte sich heraus, dass ein Ladeetui für Kopfhörer in einem Sitz eingeklemmt und beschädigt worden war. Der darin verbaute Lithium-Akku erhitzte sich und entwickelte Rauch.
Am 9. August brach eine Swiss-Maschine den Flug von Zürich nach Boston ab und landete in Dublin. In diesem Fall hatte nach Angaben der Airline eine Powerbank Rauch verursacht.
Ob der chemische Geruch auf Flug LX9 ebenfalls von einem elektronischen Gerät ausging, ist nicht bekannt. Swiss machte bislang keine Angaben, die auf einen Zusammenhang mit den beiden früheren Vorfällen schließen lassen.
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