CIA-Direktor John Ratcliffe hat am Dienstag Moskau besucht. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte die Reise gegenüber der Washington Post und erklärte, es sei um „Kontakte zwischen den Geheimdiensten“ gegangen. Weitere Angaben zu Inhalten oder Gesprächspartnern machte er nicht.
Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass sei ein Treffen Ratcliffes mit Präsident Wladimir Putin nicht geplant gewesen.
Weder das Weiße Haus noch die CIA, das Pentagon oder die US-Luftwaffe äußerten sich zunächst zu dem Besuch. Die Washington Post berichtete, sie habe die Reise über öffentlich zugängliche Flugdaten nachvollziehen können. Demnach flog eine Transportmaschine des Typs C-17A Globemaster III vom Militärflugplatz Joint Base Andrews bei Washington über einen Zwischenstopp im lettischen Riga nach Moskau.
Nach Angaben des US-Senders CBS News und des Nachrichtenportals Axios landete die Maschine mit der Kennung 07-7181 auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo. Rund achteinhalb Stunden nach der Landung sei das Flugzeug wieder in Richtung Riga gestartet. Die C-17A ist ein schweres Transportflugzeug der US-Luftwaffe, das für den Transport von Truppen und Fracht eingesetzt wird, aber auch bei diplomatischen Missionen zum Einsatz kommt.
Kiew offenbar vorab informiert
CBS News berichtete unter Berufung auf einen ranghohen ukrainischen Vertreter, die USA hätten Kiew vor der Reise über eine hochrangige Delegation nach Moskau informiert und gebeten, während deren Anwesenheit Angriffe auf die russische Hauptstadt auszusetzen.
Es handele sich nach Kenntnis von CBS News um Ratcliffes ersten bekannten Besuch in Russland seit seinem Amtsantritt als CIA-Direktor. Er habe jedoch bereits zuvor Kontakt zu russischen Geheimdienstvertretern gehalten.
Ein in sozialen Medien verbreitetes und von der Washington Post geprüftes Video zeigte laut dem Bericht eine Wagenkolonne mit teils roten Diplomatenkennzeichen im Zentrum Moskaus.
Blockierte Ukraine-Verhandlungen
Der letzte bekannte Besuch eines CIA-Direktors in Moskau erfolgte nach Angaben der Washington Post im November 2021. Der damalige Behördenchef William Burns soll dabei Putin vor einem Angriff auf die Ukraine gewarnt haben. Gut drei Monate später begann Russlands großangelegter Einmarsch.
Der jetzige Besuch fällt in eine Phase angespannter Beziehungen zwischen Washington und Moskau. Russland und die Ukraine setzen ihre Angriffe mit weitreichenden Waffen fort, die von den USA vermittelten Gespräche über ein Ende des Krieges gelten nach Darstellung von CBS News als weitgehend blockiert.
Der Sender verwies zudem auf jüngere US-Geheimdiensteinschätzungen, wonach Putin zunehmend bereit sein könnte, provokative Handlungen gegenüber Nato-Staaten unterhalb der Schwelle eines offenen Militärangriffs zu autorisieren.
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