In der süditalienischen Region Apulien sind drei deutsche Urlauber von einem Tier angegriffen und verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich bereits am Freitag in einer Ferienanlage in Punta Pizzo bei Gallipoli. Nach Angaben italienischer Medien soll es sich bei dem Tier um einen Wolf gehandelt haben. Bestätigt ist das bislang nicht.
Bei den Betroffenen handelt es sich um eine 52-jährige Frau, ihre zwölfjährige Tochter und einen 47-jährigen Mann. Nach Angaben der Lokalzeitung Il Gallo leben die Frau und ihre Tochter in Deutschland und waren in Gallipoli im Urlaub. Der 47-Jährige soll den beiden zu Hilfe gekommen sein und wurde dabei ebenfalls angegriffen. Alle drei wurden in ein Krankenhaus gebracht.
Die Mutter und ihre Tochter konnten das Krankenhaus inzwischen mit einer Heilungsprognose von 14 Tagen wieder verlassen. Für den 47-Jährigen wurden fünf Tage Genesungszeit angegeben. Das berichtet unter anderem die italienische Nachrichtenagentur Ansa.
Behörden prüfen, welches Tier angegriffen hat
Nach ersten Erkenntnissen soll das Tier zunächst den kleinen Hund der Familie angegriffen haben. Anschließend soll es sich gegen die Urlauber gewandt haben. Die Carabinieri untersuchen den Vorfall nun gemeinsam mit Veterinären der örtlichen Gesundheitsbehörde ASL.
Dabei geht es auch um die Frage, ob tatsächlich ein Wolf für den Angriff verantwortlich war. Nach Angaben von Ansa werden Bilder ausgewertet und Hundehalter aus der Umgebung überprüft. Zudem soll die Kleidung der Verletzten auf biologisches Material untersucht werden, das Hinweise auf die Tierart geben könnte.
Auch RaiNews weist darauf hin, dass neben einem Wolf ein Hund als Angreifer infrage kommt.
Mehrere Vorfälle in Apulien
Der Vorfall bei Gallipoli fällt in eine Reihe von Meldungen über mutmaßliche Wolfsangriffe in Apulien. Besonders im Raum Bari suchen die Behörden nach einem Tier, das seit Anfang August mehrfach Menschen verletzt haben soll.
Am 15. August wurde in Noicattaro ein sechsjähriger Junge angegriffen. Nach Angaben von RaiNews erlitt er Verletzungen am Brustkorb und mehrere gebrochene Rippen. Das Tier soll gegen 23 Uhr zugeschlagen haben, bevor es durch die Schreie der Erwachsenen vertrieben wurde.
Die Präfektur Bari setzte daraufhin eine Taskforce zur Suche nach dem Tier ein. Beteiligt sind unter anderem die Carabinieri, die Carabinieri Forestali, Veterinärbehörden sowie die Region Apulien und der Forschungsrat CNR. Zum Einsatz kommen unter anderem Drohnen und Wärmebildkameras.
Bereits zuvor waren in der Gegend weitere Kinder verletzt worden. Die Behörden gehen bislang von einem Wolf als möglichem Angreifer aus, prüfen aber auch die Möglichkeit eines Wolf-Hund-Hybriden.
Am 18. August wurde zudem an der Grenze zwischen Noicattaro und Bari ein Tier gesichtet, bei dem es sich möglicherweise um den gesuchten Wolf handelt. Eine eindeutige Identifizierung steht noch aus.
Suche nach dem Tier
Die Region Apulien hat nach Angaben von Ansa bereits eine Fangaktion genehmigt. Bei der Suche sollen unter anderem Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt werden. Auch Fangschlingen sind vorgesehen.
Ob es sich bei dem Tier um einen Wolf handelt, ist für die Behörden auch deshalb relevant, weil mehrere Vorfälle in kurzer Zeit gemeldet wurden. Der konkrete Angriff auf die deutschen Urlauber bei Gallipoli in Italien ist bislang jedoch nicht eindeutig einem Wolf zugeordnet.
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