Interview

Berlins Kliniken bleiben auf 15 Millionen Euro sitzen, weil ein E-Mail-Postfach fehlt

Kliniken behandeln Menschen ohne Krankenversicherung. Bezirksämter sollen geschult worden sein, deren Kostenanträge abzuwehren.

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Die Rettungsstelle des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge in Lichtenberg. Auch hier werden Menschen ohne Krankenversicherung behandelt. (Archivbild)

Die Rettungsstelle des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge in Lichtenberg. Auch hier werden Menschen ohne Krankenversicherung behandelt. (Archivbild)

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

In Berlin leben Schätzungen zufolge etwa 60.000 Menschen ohne Krankenversicherung. Darunter befinden sich nicht nur Obdachlose, sondern auch andere Personen, die aus dem System gefallen sind. Berlins Kliniken behandeln diese Patienten, bekommen die entstehenden Kosten in Millionenhöhe aber nicht ersetzt. Zuständig dafür sind die Bezirke. Warum sie nicht zahlen und der Senat nicht einschreitet, erklärt Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) im Interview.

Herr Schreiner, Berlins Krankenhäuser klagen seit Jahren darüber, dass sie die Behandlung von Menschen ohne Krankenversicherung nur in sehr seltenen Fällen vergütet bekommen. Hat sich das inzwischen geändert?

Leider nein. Wir bemühen uns seit dreieinhalb Jahren in Gesprächen, eine Lösung zu finden. Insbesondere mit der Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales, dem Haus von Cansel Kiziltepe. Aber auch mit den Bezirken haben wir das Gespräch gesucht, denn die müssten die Kosten der Behandlung nicht versicherter Patienten übernehmen. In dieser langen Zeit hat sich jedoch nichts Grundlegendes getan.

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