Insolvenz

Red Rebane aus Schwerin ist insolvent: Was aus der beliebten Taschenmarke wird

Nach 14 Jahren wurde die Produktion von Rucksäcken und Fahrradtaschen eingestellt, mehrere Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.

Katja Frick
Katja Frick
3 Min
Das Wort „Insolvent“ auf einem Stempel (Symbolbild).

Das Wort „Insolvent“ auf einem Stempel (Symbolbild).

© IMAGO/Zoonar.com/Markus Mainka

Die Taschen und Rucksäcke mit dem roten Fuchs fanden Kunden weit über Deutschland hinaus. Nun ist die Red Rebane GmbH aus Schwerin insolvent. Das Unternehmen hat seine reguläre Produktion eingestellt und verabschiedet sich nach 14 Jahren von seinem bisherigen Geschäftsmodell.

„Es fällt uns schwer, diese Zeilen zu schreiben“, heißt es auf der Internetseite von Easy EXO. Dort bestätigt Mitgründer Stephan Rodewald das Ende der Manufaktur: Neue Taschen und Rucksäcke werden nicht mehr hergestellt. Auch Reparaturen an bereits verkauften Red-Rebane-Produkten kann das frühere Team nicht mehr übernehmen.

Produktion in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich

Red Rebane wurde 2012 von Christian Karius und Stephan Rodewald gegründet. In der Schweriner Werkstatt entstanden handgefertigte Outdoor-Rucksäcke und Fahrradtaschen aus überwiegend regionalen oder europäischen Materialien. Das Unternehmen beschäftigte zeitweise mehr als zehn Mitarbeiter, zuletzt waren es noch vier.

Als Gründe für das Aus nennen die Gründer stark gestiegene Material-, Energie- und Lohnkosten sowie den Fachkräftemangel. Unter den heutigen Bedingungen sei eine wirtschaftliche Produktion hochwertiger Taschen in Deutschland nicht mehr möglich gewesen.

Zusätzliche Belastungen entstanden während der Corona-Pandemie. Weil Messen ausfielen, fehlte ein wichtiger Vertriebsweg. Red Rebane stellte zeitweise Masken für das Schweriner Krankenhaus und andere regionale Einrichtungen her. Nach dem Aufkommen von FFP2-Masken blieben Bestände übrig; zur Stabilisierung des Unternehmens aufgenommene Kredite mussten später zurückgezahlt werden.

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Nach Angaben der Gründer verschärften zudem günstige Konkurrenzprodukte die Situation. Eigene Produktideen und Konstruktionen seien teilweise nahezu vollständig übernommen und anschließend preiswerter in Fernost hergestellt worden.

Was passiert mit Garantie und Reparaturen?

Die langlebigen Taschen und Rucksäcke wurden mit fünf Jahren Garantie verkauft. Einen eigenen Reparaturservice bietet Red Rebane inzwischen jedoch nicht mehr an, da das erforderliche Fachpersonal fehlt.

Kunden wird empfohlen, sich bei defekten Reißverschlüssen, Nähten oder kleineren Schäden an Schuster, Sattler oder Änderungsschneidereien zu wenden.

Easy EXO wird weiterhin produziert

Trotz des Endes der Taschenmanufaktur machen die Gründer in anderen Bereichen weiter. Die flexible Fahrrad-Gepäckträgererweiterung Easy EXO bleibt erhältlich. Sie soll weiterhin in Deutschland gefertigt, vertrieben und weiterentwickelt werden. Auch Zubehör wie die FlexBAG und ein Regenschutz werden im Onlineshop angeboten.

Einige Red-Rebane-Produkte gibt es noch im Kreativ Kaufhaus Schwerin im Klöresgang 5. Doch es werden keine neuen Taschen und Rucksäcke mehr produziert.

Neuer Schwerpunkt auf Bootsverdecken

Künftig konzentrieren sich die Unternehmer verstärkt auf Bootsverdecke und Persenninge. Zum Angebot gehören Reparaturen, Änderungen, Reinigungen und individuelle Neuanfertigungen. Diese Arbeiten werden weiterhin in der Schweriner Werkstatt ausgeführt.

Für die Gründer endet mit der Taschen- und Rucksackmanufaktur ein Herzensprojekt. „Red Rebane war für uns nie einfach nur eine Firma“, schreibt Stephan Rodewald zum Abschied auf der Website. „Red Rebane war ein Traum. Eine Werkstatt. Ein Zuhause. Und vor allem eine Gemeinschaft aus Menschen, die Freude an ehrlichen, langlebigen Produkten hatten. Dafür werden wir immer dankbar sein.“

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