Südamerika

Bericht: Venezuela erwägt OPEC-Austritt und verhandelt mit USA über Beteiligung an Ölfeldern

Venezuela prüft einem Bericht zufolge einen Austritt aus der OPEC. Gleichzeitig verhandeln die USA mit Caracas über langfristigen Zugang zu venezolanischen Ölfeldern.

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Der Industriepark für Erdöl und Petrochemie „Jose Antonio Anzoategui“ in Venezuela.

Der Industriepark für Erdöl und Petrochemie „Jose Antonio Anzoategui“ in Venezuela.

© Stringer/dpa

Venezuela erwägt offenbar einen Austritt aus der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Eine endgültige Entscheidung sei demnach noch nicht getroffen worden. Der mögliche Austritt sei auch Thema in Gesprächen mit US-Vertretern gewesen. Bloomberg wertet einen möglichen Austritt Venezuelas als potenziellen Erfolg für US-Präsident Donald Trump, der OPEC seit Langem kritisch gegenüberstehe.

Venezuela gehört zu den Gründungsmitgliedern der OPEC. Erst im April hatten die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Austritt angekündigt. Auch im Irak gibt es laut Bloomberg Unzufriedenheit mit den Verpflichtungen innerhalb des Kartells.

Nach Einschätzung von Bloomberg dürfte ein mögliches Ausscheiden Venezuelas wegen der vergleichsweise geringen Ölproduktion des Landes zunächst nur begrenzte Auswirkungen auf den weltweiten Ölmarkt haben. Venezuela förderte demnach im Juli rund 1,16 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Das war weniger als die Hälfte der Fördermenge von vor zehn Jahren. Die Produktion sei in diesem Jahr allerdings gestiegen.

USA wollen offenbar langfristigen Zugang zu Ölfeldern

Parallel dazu verhandeln die USA und Venezuela über einen langfristigen Zugang zu venezolanischen Ölvorkommen. Bloomberg berichtet unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen, dass eine Beteiligung der USA an venezolanischen Ölfeldern im Gespräch sei. Zu den diskutierten Varianten soll Bloomberg zufolge die Verpachtung mehrerer Ölfelder für einen Zeitraum von 100 Jahren gehören.

Teil der Verhandlungen ist laut Reuters eine Liste mit 17 Ölfeldern, die die Nachrichtenagentur nach eigenen Angaben einsehen konnte. Darunter befänden sich sowohl Gebiete am Maracaibo-See als auch bislang nicht erschlossene Felder im Orinoco-Gürtel.

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Offene rechtliche Fragen

Nach Angaben von Reuters könnte ein derartiges Abkommen rechtliche und verfassungsrechtliche Fragen aufwerfen. Die venezolanische Verfassung sieht demnach vor, dass zentrale Aktivitäten der Ölindustrie beim Staat liegen. Das kürzlich reformierte Ölrecht ermöglicht laut dem Bericht jedoch eine Beteiligung an der Ölförderung über verschiedene Modelle, darunter Gemeinschaftsunternehmen und Produktionsbeteiligungsverträge.

Eine offizielle Bestätigung der Vereinbarung liegt bislang nicht vor. Das Weiße Haus verwies Reuters zufolge für Fragen zu den Verhandlungen an das US-Energieministerium. Auch das venezolanische Ölministerium und der staatliche Ölkonzern PDVSA reagierten zunächst nicht auf Anfragen von Reuters.

Die Annäherung zwischen Washington und Caracas hat sich seit der Gefangennahme des früheren venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar deutlich verstärkt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur will die Trump-Regierung zugleich die Versorgung amerikanischer Raffinerien mit venezolanischem Rohöl absichern und US-Unternehmen zu einem stärkeren Engagement in Venezuelas Ölsektor bewegen.

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