Der Premierminister der kanadischen Provinz Ontario, Doug Ford, hat am Samstag ein großes Schild mit der Aufschrift „Lake Ontario – Now and Always“ enthüllt, wie CBC News berichtet. Der See werde „jetzt und für immer“ diesen Namen tragen, sagte er demnach.
US-Präsident Donald Trump hatte laut AP zuvor ein Dekret unterzeichnet, das US-Bundesbehörden anwies, den See als „Lake America“ zu bezeichnen. „Präsident Trump kann es nennen, wie er will, aber ich kann Ihnen versichern, dass der Rest der Welt es immer Ontariosee nennen wird“, sagte Ford laut CBC.
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Neues Schild: 7,3 Meter breit, 3,6 Meter hoch
Die Entscheidung betrifft einen der fünf Großen Seen Nordamerikas, durch den die Grenze zwischen den USA und Kanada verläuft. Rund 52 Prozent seiner Oberfläche liegen laut Reuters auf kanadischer Seite, der übrige Teil gehört zum US-Bundesstaat New York.
Das nun aufgestellte rund 7,3 Meter breite und 3,6 Meter hohe Schild steht auf etwa 1,8 Meter hohen Stützen, wie AP berichtet. Damit ragt es rund 5,5 Meter in die Höhe. Die Aufschrift ist dabei auf Englisch und Französisch zu sehen.
Spannungen zwischen USA und Kanada
Die Aktion erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Kanada und den USA. CBC News zufolge waren die Handelsverhandlungen zwischen beiden Ländern am 21. August gescheitert. Beide Seiten warfen einander demnach vor, in letzter Minute Änderungen verlangt zu haben.
Zudem hatten sich Ford und Trump zuletzt einen Schlagabtausch geliefert. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP hatte Ford Trump scharf für dessen Zollpolitik kritisiert. Der frühere US-Präsident Ronald Reagan würde sich angesichts von Trumps Zollpolitik „übergeben“ und wäre „angewidert von Präsident Trump“, sagte Ford demnach.
Trump wiederum verspottete Ford als den „weniger charismatischen, intelligenten und insgesamt weniger beeindruckenden Bruder“ des verstorbenen Torontoer Bürgermeisters Rob Ford.
Kritik aus Kanada an Umbenennung
Trump hatte die Umbenennung am Donnerstag mit Kritik an Kanada verbunden. Nach Angaben von CBC News sagte er, Kanada habe sich im Umgang mit den USA schwierig verhalten und die USA würden von Kanada schlecht behandelt.
Auch andere kanadische Politiker wiesen die Umbenennung zurück. Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte laut CBC News, die Kanadier würden den See „jetzt und immer“ Lake Ontario nennen. Der Premierminister der Provinz Nova Scotia, Tim Houston, bezeichnete die Entscheidung demnach als „wirklichen Unsinn“.
Name hat indigene Ursprünge
Der Name Lake Ontario geht nach Angaben von CBC News und AP auf ein Wort der Huronen zurück. CBC übersetzt „oniatarí:io“ sinngemäß mit „See des leuchtenden Wassers“. Auch die kanadische Provinz Ontario erhielt ihren Namen von dem See.
Der Grand Chief der Wendat Nation, Pierre Picard, kritisierte Trumps Entscheidung laut AP als Versuch, indigene Geschichte und Identität auszulöschen. Auch Carney verwies nach Angaben der Nachrichtenagentur auf die lange Geschichte des Namens. Er sei älter als sowohl die kanadische Konföderation als auch die US-amerikanische Unabhängigkeitserklärung.
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