Kolumne

Denunziatorischer Gesinnungstest: Ein Brief wie eine Dschungelprüfung

Eine NGO will missliebige Medien ruinieren. Das und die Reaktion einiger Unternehmen erzeugt Würgereiz bei unserem Kolumnisten.

4 Min
Luftballons mit dem Logo der AfD: Die Partei ist Ziel einer Kampagne der NGO Campact.

Luftballons mit dem Logo der AfD: Die Partei ist Ziel einer Kampagne der NGO Campact.

© Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Ekel macht Grieben. Lippenherpes, tatsächlich. Abscheu stresst das Immunsystem. Noch sieht mein Mund nicht schlimmer aus als gewöhnlich. Klopfe auf Holz.

Aber von vorn: Die Kampagnenorganisation Campact schrieb an „rund 90 relevante Unternehmen“ und stellte „einige Fragen zu Ihrer Werbepraxis“. Man habe entdeckt, dass Spots dieser Firmen vor gewissen Online-Videos liefen.

Beigefügt war eine Aufstellung von 62 YouTube-Kanälen. Darunter durchaus einige Kanäle  veritabler Extremisten, aber auch von konservativen, meinetwegen alternativen, jedenfalls dezidiert nicht linken Medien wie Kontrafunk, Weltwoche, Nius, Tichys Einblick oder Apollo News: „Alle aufgeführten Kanäle unterstützen indirekt oder direkt die rechtsextreme AfD und/oder hetzen gegen Minderheiten.“

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