Forschung

Studie: Diese Luftfilter könnten die Denkleistung verbessern

Schon nach einem Monat schnitten Studienteilnehmer über 40 in einem Test deutlich besser ab. Die Forschenden warnen jedoch vor vorschnellen Schlüssen.

3 Min
Illustration von Synapsen im Gehirn

Illustration von Synapsen im Gehirn

© imgao

Ein HEPA-Luftfilter in der Wohnung könnte bestimmte geistige Fähigkeiten von Menschen ab 40 Jahren kurzfristig verbessern. Darauf deutet eine im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichte US-Studie mit 119 Erwachsenen hin.

Die Teilnehmer dieser Altersgruppe absolvierten nach einmonatiger Luftreinigung einen Test zu mentaler Flexibilität und exekutiven Funktionen im Durchschnitt zwölf Prozent schneller als nach dem Einsatz eines Scheinfilters.

Die Probanden waren zwischen 30 und 74 Jahre alt und lebten im stark vom Straßenverkehr belasteten Somerville nahe Boston. Ihre Wohnungen befanden sich höchstens 200 Meter von einer Autobahn entfernt. Je ein Luftreiniger wurde im Wohn- und Schlafzimmer aufgestellt.

Echter Filter und Scheinfilter im Wechsel

Alle Teilnehmer nutzten 30 Tage lang einen HEPA-Filter und in einem weiteren Monat ein äußerlich identisches Gerät ohne Filterwirkung. Zwischen beiden Phasen lag eine einmonatige Pause. Die Reihenfolge wurde zufällig festgelegt, die Probanden wussten nicht, wann der echte Filter eingebaut war.

Nach jeder Phase absolvierten sie einen sogenannten Trail-Making-Test. Dabei mussten sie zunächst Zahlen in der richtigen Reihenfolge und anschließend abwechselnd Zahlen und Buchstaben miteinander verbinden. Der zweite Teil erfasst unter anderem die Fähigkeit, zwischen Aufgaben zu wechseln und Handlungen zu planen.

Bei den mindestens 40-Jährigen sank die durchschnittliche Bearbeitungszeit dieses Abschnitts nach der HEPA-Phase deutlich von 61,4 auf 54 Sekunden. Bei jüngeren Teilnehmern zeigte sich kein statistisch bedeutsamer Unterschied. Auch bei visueller Aufmerksamkeit und motorischer Geschwindigkeit fanden die Forschenden in keiner Altersgruppe einen Effekt.

Messungen in einem Teil der Wohnungen ergaben, dass die HEPA-Filter die Konzentration des Feinstaubs PM2,5 gegenüber den Scheinfiltern um 52 Prozent und die Zahl ultrafeiner Partikel um 32 Prozent reduzierten.

Aussagekraft der Studie ist begrenzt

Die Ergebnisse beweisen nicht, dass Luftfilter die allgemeine Intelligenz steigern oder langfristig vor geistigem Abbau schützen. Die kognitive Leistung war zudem nur ein nachrangiges Untersuchungsziel der ursprünglich auf den Blutdruck ausgerichteten Studie. Die Aufteilung der Teilnehmer nach Alter erfolgte nachträglich.

Hinzu kommt ein deutlicher Übungseffekt, da die Teilnehmer denselben Test mehrfach absolvierten. Der Versuchsleiter wusste außerdem, welcher Filter jeweils eingesetzt wurde. Weniger als zehn Probanden waren älter als 60 Jahre, Menschen mit bereits bestehenden kognitiven Einschränkungen nahmen nicht teil. Die Ergebnisse lassen sich daher nur eingeschränkt auf Ältere oder Demenzkranke übertragen.

Unklar bleibt auch, ob der beobachtete Vorteil länger als einen Monat anhält. Die Forschenden wollen nun untersuchen, ob die geringere Feinstaubbelastung die weiße Substanz des Gehirns schützt und möglicherweise kognitivem Abbau entgegenwirkt.

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