Im indonesischen Bezirk Sidoarjo sind bis Mittwoch 566 Schüler nach einer mutmaßlichen Massenvergiftung durch Mahlzeiten aus dem staatlichen Gratisessen-Programm in Krankenhäusern behandelt worden. Dutzende von ihnen werden stationär behandelt. Das berichteten die indonesischen Medien Suara Surabaya und Detik übereinstimmend.
Die Erkrankten stammen überwiegend aus dem islamischen Internat Manbaul Hikam in Tanggulangin sowie aus 18 weiteren Schulen der Region. Wie der stellvertretende Gouverneur von Ostjava, Emil Elestianto Dardak, dem Sender Kompas TV sagte, sind unter den betroffenen Einrichtungen private Grund-, Mittel- und Oberschulen sowie ein Kindergarten. Todesfälle gebe es nicht.
Nach Angaben der Schüler trat die Erkrankung nach dem Mittagessen am Dienstag auf. Die Klinikleitung berichtete von Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Der Zustand der Patienten sei stabil.
Küche vorläufig geschlossen
Die Großküche in Kalitengah, die den Angaben zufolge täglich rund 2800 Portionen für Schüler und Internatsbewohner liefert, wurde nach dem Vorfall gesperrt. Der stellvertretende Koordinator der Nationalen Ernährungsbehörde für Ostjava, Teguh Bayu Wibowo, erklärte, der Betrieb sei vorläufig ausgesetzt, bis Laborergebnisse vorlägen.
Über eine dauerhafte Schließung werde die Zentrale in Jakarta entscheiden. Von Gesundheitsamt und Polizei seien Proben zur Untersuchung genommen worden.
Kritik am Regierungsprogramm
Der Vorfall trifft ein Vorzeigeprojekt von Präsident Prabowo Subianto. Das mit viel Geld geförderte Programm soll nach Angaben der Regierung Unterernährung bei Millionen Kindern bekämpfen, steht wegen zahlreicher Vergiftungsfälle, Korruptionsvorwürfen und mehrerer Wechsel an der Spitze aber in der Kritik.
Die Nichtregierungsorganisation Network for Education Watch zählte laut Reuters bis zum 8. August im Zusammenhang mit dem Programm rund 37.600 Fälle von Nahrungsmittelvergiftung.
Der Bezirksvorsteher von Sidoarjo, Subandi, teilte nach einer Kontrolle mit, von 170 Schulküchen im Bezirk hätten 31 keine Genehmigung. Er forderte die Nationale Ernährungsbehörde zu strengerer Aufsicht auf. Als häufige Ursachen für die Vergiftungen durch das kostenlose Schulessen nennen Behörden die unsachgemäße Lagerung und verspätete Auslieferung der Speisen.
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