Staatsbesuch

Milliardeninvestitionen am Suezkanal: China baut Einfluss in Ägypten aus

Peking gewinnt am Suezkanal weiter an Einfluss. Xi Jinping und al-Sisi fordern diplomatische Lösungen zur Beendigung des Iran-Kriegs.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Xi Jinping wird bei seiner Ankunft in Kairo von Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi (r.) empfangen.

Xi Jinping wird bei seiner Ankunft in Kairo von Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi (r.) empfangen.

© Khaled Desouki/pool AFP/AP/dpa

Chinas Präsident Xi Jinping hat bei seinem ersten Besuch in Ägypten seit rund einem Jahrzehnt am Mittwoch in Kairo mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi eine Vertiefung der strategischen Partnerschaft beider Länder vereinbart. Al-Sisi empfing Xi mit militärischen Ehren und 21 Salutschüssen: Die Straßen Kairos waren mit chinesischen und ägyptischen Flaggen geschmückt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Wie das ägyptische Präsidialamt mitteilte, unterzeichneten beide Seiten ein Abkommen über den Start der dritten Ausbaustufe der ägyptisch-chinesischen Industriezone am Suezkanal. Dort sind nach Angaben aus Kairo bereits rund 200 Unternehmen mit Investitionen von etwa vier Milliarden US-Dollar ansässig.

Zusammenarbeit bei Wirtschaft und Sicherheit

Laut der gemeinsamen Erklärung der Staatschefs wollen beide Länder die Kooperation bei Infrastruktur, erneuerbaren Energien, Rechenzentren, Halbleitern und Lieferketten für seltene Metalle ausweiten. Vorgesehen sind auch gemeinsame Vorhaben bei Elektrofahrzeugen und im Schiffbau.

Handel und Investitionen sollen stärker in den Landeswährungen abgewickelt werden. Bei der Strafverfolgung verständigten sich beide Seiten darauf, die Zusammenarbeit gegen grenzüberschreitende Kriminalität und Terrorismus auszubauen und die Gespräche über ein Auslieferungsabkommen zu beschleunigen.

Botschaft Richtung Washington

Xi rief die Staaten des Nahen Ostens nach Angaben der chinesischen Staatsagentur Xinhua auf, „äußere Einmischung“ zurückzuweisen und über eine „neue regionale Sicherheitsarchitektur“ nachzudenken. China sei bereit, gemeinsam mit den Ländern der Region die internationalen Schifffahrtswege zu sichern.

Der Besuch fällt in eine Zeit, in der der Iran-Krieg den Verkehr durch die Straße von Hormus und die Meerenge Bab al-Mandeb beeinträchtigt. Beide Präsidenten riefen nach Darstellung des ägyptischen Präsidialamtes zu „diplomatischen Lösungen“ auf, um ein Ende des Krieges zu erreichen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Ägypten erhält nach Angaben von Reuters jährlich rund 1,3 Milliarden Dollar Militärhilfe aus den USA und baut zugleich seit Jahren seine Beziehungen zu Peking aus. Chinas Handelsüberschuss mit Ägypten lag laut chinesischer Zollbehörde in den ersten sieben Monaten 2026 bei zwölf Milliarden US-Dollar.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner