Kolumne

Wahlkampf in Berlin: Bestimmt die Hälfte der Plakate sind falsch aufgehängt

Unser Kolumnist traf Uniformierte, die die Plakate an Laternen überprüften. Erst wunderte er sich, dann erinnerte er sich an eine schmerzhafte Begegnung.

Jens Blankennagel
Jens Blankennagel
3 Min
Kein Zollstock nötig: Diese Wahlplakate hängen eindeutig zu niedrig.

Kein Zollstock nötig: Diese Wahlplakate hängen eindeutig zu niedrig.

© Jens Blankennagel/Berliner Zeitung

Ein Mann in Uniform steht in der Nähe des Kudamms neben einer Laterne und hebt den linken Arm lässig in die Luft. Als die Hand ans Wahlplakat heranreicht, geht seine Kollegin zu ihm. Sie klappt ihr Notizbuch auf, er klappt den Zollstock auseinander. Nun misst er genau nach. Mit der Hand hatte er nur getestet, ob das Plakat infrage kommt. Auf den ersten Blick hängt es im Grenzbereich zwischen erlaubt und verboten.

Mit dem Zollstock misst er die Unterkante des Plakates aus, die Kollegin notiert alles: Partei, Uhrzeit, Straße, Hausnummer und Höhe: 2,18 Meter. Auf die Frage, warum sie messen, sagt er: „Die Unterkante des Plakats muss mindestens in 2,50 Meter Höhe hängen. Wegen der Verletzungsgefahr, wegen der Radfahrer, wegen der Fahrzeuge.“

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