USA

„Triggert offensichtlich manche ganz besonders“: Baerbock kontert Kritik an Columbia-Professur

Annalena Baerbock wird Professorin an der Columbia University. Dies wurde zuletzt scharf kritisiert. Nun äußert sich die frühere Außenministerin.

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Annalena Baerbock, äußert sich zu der Kritik an ihrer neuen Position.

Annalena Baerbock, äußert sich zu der Kritik an ihrer neuen Position.

© Michael Kappeler/dpa

Annalena Baerbock hat sich zur Kritik an ihrer neuen Professur an der Columbia University in New York geäußert – und Kritikern eine deutliche Ansage gemacht. Die frühere Außenministerin und zuletzt Präsidentin der UN-Generalversammlung wechselt an eine renommierte US-Universität.

In sozialen Medien und von einzelnen Journalisten wurde ihr vorgeworfen, keine klassisch akademische Laufbahn vorweisen zu können. Baerbock kontert das nun. Der Zeitung Die Zeit sagte sie: „Die Kombi prominent, meinungsstark und feminin triggert offensichtlich manche ganz besonders – egal in welchem Bereich.“

Was Baerbock an der Columbia University lehren soll

Baerbock wird Professorin für Global Leadership an der Columbia University. Zusätzlich soll sie Co-Direktorin des Masterprogramms Master of Public Administration in Global Leadership werden. Es handele sich den Angaben zufolge um eine praxisorientierte Professur, nicht um eine klassische Forschungsprofessur.

Das Programm richtet sich nach Angaben der Universität an Führungskräfte mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung. Die Zusammenarbeit ist Medienberichten zufolge zunächst auf drei Jahre angelegt, Baerbock werde als Vollzeit-Professorin angestellt und zusätzlich als Rednerin arbeiten.

„Unter maximalem Druck Entscheidungen treffen“: Baerbocks Lehrplan

Was will Baerbock den erfahrenen Führungskräften vermitteln? Sie wolle sie an ihren Erfahrungen als Parteivorsitzende, Außenministerin und UN-Spitzenkraft teilhaben lassen.

Konkret gehe es darum, „bei heftigem Gegenwind standhaft zu bleiben und vor allem auch unter maximalem Druck, Entscheidungen zu treffen“.

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Kritik an Baerbocks Professur: Was ihr vorgeworfen wird

Der neue Job hatte in sozialen Medien, aber auch bei einigen Berichterstattern für Kritik gesorgt. Ein Vorwurf: Baerbock fehle eine klassisch akademische Laufbahn.

Gegen die Grünen-Politikerin hatte es zudem in der Vergangenheit Plagiatsvorwürfe gegeben. Eine Genehmigung der Bundesregierung braucht sie für die Tätigkeit nicht mehr. Die Karenzzeit für ehemalige Ministerinnen und Minister endet im Herbst dieses Jahres.

Druck von USA und Russland: Streit an der UN-Spitze

Vor ihrem Wechsel nach New York stand Baerbock ein Jahr lang an der Spitze der UN-Generalversammlung. Nach eigener Darstellung geriet sie dabei unter Druck von zwei Supermächten.

Sie hatte mehr Transparenz beim Auswahlverfahren für den nächsten UN-Generalsekretär verlangt. „Die einen haben es schon ein paar Jahre versucht, die anderen eher punktuell in den letzten Monaten“, bilanzierte sie.

Die USA und Russland warfen ihr im Zusammenhang mit dem Verfahren eine Kompetenzüberschreitung vor. Die US-Botschafterin Jennifer Locetta sprach laut einer Mitteilung der US-Mission von „unverantwortlichem Handeln“ und „Heuchelei“.

Dass Baerbock das UN-Amt überhaupt bekam und nicht die zunächst vorgesehene Diplomatin Helga Schmid, erklärte sie mit dem Regierungswechsel in Deutschland. Dass sich Positionen veränderten, sei üblich.

Einen Fehler räumte sie selbst ein: das Scheitern der deutschen Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat. „Rückblickend muss man sagen, dass alle Bundesregierungen – auch die, der ich selbst angehört habe – die Bewerbung nicht stark genug begründet haben“, sagte sie mit Blick darauf, dass Deutschland als drittes EU-Land für nur zwei europäische Plätze angetreten sei.

Baerbock: Kein Comeback in der deutschen Politik

Eine Rückkehr in die deutsche Politik schließt Baerbock vorerst aus. „Ich bin der Typ: ganz oder gar nicht“. Mit New York habe sie bewusst ein neues Lebenskapitel als Privatperson aufgeschlagen – „aber mit der gleichen Leidenschaft, mit der ich 20 Jahre lang Politik gemacht habe“.

Ihr einjähriges Amt als Präsidentin der UN-Generalversammlung lief offiziell am 8. September aus; Nachfolger wurde Khalilur Rahman aus Bangladesch.

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