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Heinz Rudolf Kunze schießt gegen Friedrich Merz: „Wieder einmal völlig im Ton vergriffen“

Die Töchter von Heinz Rudolf Kunze arbeiten im medizinischen Bereich und in der Pflege. Dass der Bundeskanzler Ärzte als „Nutznießer“ bezeichnet, bringt nicht nur den Musiker auf die Palme.

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Macht seinem Ärger öffentlich Luft: Heinz Rudolf Kunze.

Macht seinem Ärger öffentlich Luft: Heinz Rudolf Kunze.

© Jörg Carstensen/dpa

Friedrich Merz schafft es ja mit erstaunlicher Treffsicherheit immer wieder, ganze Bevölkerungsgruppen gegen sich aufzubringen. Zum Beispiel die Ärztinnen und Ärzte.

Der Bundeskanzler hatte sie in einer TV-Sendung „Nutznießer“ des Gesundheitssystems genannt. Mediziner aus dem ganzen Land zeigten sich schockiert und äußerten viel Kritik.

Merz hatte sich in einer RTL-Sendung bei einer Diskussion unter anderem mit der auf Instagram populären Kinderärztin Bea Merscher entsprechend geäußert. Inhaltlich ging es dabei um die bereits von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Sparmaßnahmen am Gesundheitssystem.

Kunze: Politiker haben Bezug zur Alltagsrealität verloren

In der medizinischen und pflegerischen Fachwelt hat sich die Welle der Empörung über des Bundeskanzlers Wortwahl noch nicht gelegt. Und auch prominente Stimmen melden sich in der Sache zu Wort.

So macht der Liedermacher, Sänger und Schriftsteller Heinz Rudolf Kunze seinem Ärger auf Facebook Luft. Er sei Vater von zwei Töchtern, die im medizinischen und im Pflegebereich arbeiten – und als solcher „empört über die geschmacklose Bezeichnung ‚Nutznießer‘, die Bundeskanzler Merz für diese Menschen gewählt hat“.

„Wieder einmal hat er sich bei der Beschreibung der Wirklichkeit in unserem Land völlig im Ton vergriffen, und das angesichts von Leuten, die zu den am härtesten Arbeitenden im Land gehören“, schreibt Kunze.

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Der 69-jährige Musiker meint: „Undank und Respektlosigkeit ist das Letzte, was sie von Politikern verdienen, die offensichtlich den Bezug zu unserer Alltagsrealität verloren haben. Wen wundert es da, dass immer mehr Menschen als Wähler ihre Zuflucht bei radikalen Parteien suchen.“

Der Beitrag von Heinz Rudolf Kunze hat innerhalb weniger Stunden knapp 12.000 Likes erhalten und unzählige Kommentare unter sich versammelt.

Viele geben dem Interpreten von Hits wie „Dein ist mein ganzes Herz“ oder „Finden Sie Mabel“ recht. In den Kommentaren liest man harsche Kritik am CDU-Bundesvorsitzenden: „Merz ist ein arroganter Mensch, der sich ja des Öfteren schon im Ton vergriffen hat. Seine Ausdrucksweise ist einfach nur noch zum Kopfschütteln“, heißt es da.

Ein anderer User schreibt unter großem Zuspruch: „Der schlimmste Bundeskanzler seit fast 80 Jahren, das hat noch keiner geschafft. Arrogant, respektlos und herablassend. Der soll mal weiter mit seinem Privatjet nach Sylt fliegen und am besten da bleiben. Bundeskanzler kann er nicht.“

Etliche Kommentatoren sehen eine Einordnung Kunzes allerdings anders – AfD-Wähler seien nicht radikal, heißt es immer wieder: „Ich würde sie eher als konservativ bezeichnen. Die meisten sind ganz normale deutsche Arbeiter und Steuerzahler, die einfach genug von dem ganzen Wahnsinn haben, den die Altparteien machen.“

In der Vergangenheit haben sich zahlreiche Prominente und Kulturschaffende immer wieder öffentlich über Friedrich Merz beschwert oder ihn scharf kritisiert.

Zuletzt war der Entertainer Jürgen Milski hart mit dem Bundeskanzler ins Gericht gegangen. Angesichts schlechter Umfragewerte sagte der 62-Jährige auf seinen Social-Media-Kanälen: „Wenn ich Kanzler wäre und würde diese Umfragewerte lesen, dann würde ich sagen: Ich habe auf ganzer Linie versagt und trete zurück.“

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