Nach Anschlägen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg sucht die Polizei bundesweit nach einem 49-jährigen Mann aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet. Das berichtet der Deutschlandfunk unter Berufung auf eigene Informationen. Der Mann gilt als tatverdächtig.
Die Polizei hat laut NRW-Innenminister Herbert Reul das Fahrzeug des Verdächtigen für mehrere Sabotageaktionen gegen die deutsche Stromversorgung gestürmt. Der Zugriff sei in Niederzier erfolgt, sagte der CDU-Politiker in Düsseldorf. Jetzt sei der Mann vermutlich zu Fuß unterwegs und werde nicht weit kommen.
Verdächtige Stoffe in Wohnung gefunden
Zuvor wurde die Wohnung des Tatverdächtigen in Gevelsberg durchsucht. „Wir haben in der Wohnung des Verdächtigen einiges gefunden, nämlich verdächtige Stoffe beziehungsweise sprengstoffverdächtige Gegenstände. Zur Menge können wir im Moment noch nichts sagen. Alle diese Funde werden von den Spezialisten untersucht“, so Reul.
Grundlage der Fahndung ist ein Bekennerschreiben, das die Ermittlungsbehörden für authentisch halten. Darin bekennt sich der mutmaßliche Verfasser zu den Sabotageakten in beiden Bundesländern. „Uns liegt ein Bekennerschreiben vor, und wir gehen den Hinweisen nach“, sagte ein Sprecher der Polizei in Köln der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Gesucht werde gezielt nach dem Verfasser des Schreibens.
Bekennerschreiben eingegangen
Bei der Tageszeitung taz ist gestern ein namentlich unterschriebenes Bekennerschreiben zu den jüngsten Sabotageakten an der deutschen Stromversorgung eingegangen, so der Deutschlandfunk. Es soll Details enthalten, die nur dem Täter bekannt sein können.
In dem Schreiben bezeichnet der Verfasser die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen als Verbrechen, das „unsägliches Leid“ verursache. Er wolle nicht dem Land schaden, sondern ausschließlich der fossilen Brennstoffindustrie, heißt es weiter. Der Unterzeichner beschreibt sich selbst als Einzeltäter.
Täglich neue Sabotagefälle
Am Dienstag war die Stromversorgung in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen mithilfe von Abschussvorrichtungen gezielt gestört worden. Gestern Abend wurden ähnliche Gegenstände auf einem Feld bei Dormagen in Nordrhein-Westfalen entdeckt. Rund um das Umspannwerk Ganderkesee im Landkreis Oldenburg ist die Polizei seit der Nacht im Einsatz. Das Gelände wird untersucht, zeitweise war auch ein Hubschrauber im Einsatz.
Am Vormittag waren die Beamten weiter vor Ort. Anlass war nach Angaben der Polizei eine „Feststellung“ einer Streife. Nach Attacken auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg seien die Beamten sensibilisiert
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