Der Iran will rund um die Straße von Hormus eine neue Sperrzone für Schiffe ausrufen. Das Gebiet solle von der amerikanischen Seeblockade über die Meerenge bis in Teile des Persischen Golfs reichen, sagte der neue Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, laut der Nachrichtenagentur AP im iranischen Staatsfernsehen. Einzelheiten zu den Grenzen und zum Beginn der Maßnahme nannte er nicht.
Jedes Schiff, das in die Zone einfahre und die Straße von Hormus passieren wolle, werde identifiziert und auf eine iranische Sanktionsliste gesetzt, kündigte Rezaei an.
Abkommen mit Oman über Korridor geplant
Nach einem Bericht von Türkiye Today will Teheran zudem in den kommenden Tagen ein Abkommen mit Oman über einen Korridor an den Ein- und Ausfahrten der Meerenge schließen. Dieser solle demnach unter iranischer Kontrolle stehen. Eine Bestätigung aus dem Oman lag zunächst nicht vor.
„Wir verpflichten uns nur dann, die Straße von Hormus offen zu halten, wenn die Amerikaner auf Angriffe und Sabotage verzichten“, sagte Rezaei. Die verschärften Beschränkungen könnten nach seiner Darstellung größeren Druck entfalten als Raketenangriffe. Unklar ist allerdings, wie der Iran die geplante Zone durchsetzen will und wo nach seiner Auffassung die Linie der amerikanischen Blockade verläuft.
Schiffsverkehr fällt auf niedrigsten Stand seit Mai
Die Ankündigung folgt auf die bislang schwersten gegenseitigen Angriffe auf Tanker in dem seit sechs Monaten dauernden Krieg. Das US-Militär griff am Samstag drei iranische Öltanker an, nachdem die Revolutionsgarden nach amerikanischer Darstellung ballistische Raketen auf zwei US-Kriegsschiffe abgefeuert hatten.
Der Iran erklärte daraufhin, drei Tanker auf nicht genehmigten Routen sowie drei weitere mit den USA verbundene Schiffe angegriffen zu haben. Unabhängige Bestätigungen für die iranischen Angaben gab es zunächst nicht.
Risiko für iranische Schiffe gilt als „extrem“
Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ist inzwischen auf den niedrigsten Stand seit Mai gefallen. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler passierten in den vergangenen zehn Tagen durchschnittlich zehn Frachtschiffe pro Tag die Straße von Hormus, wie Reuters berichtete. Am Samstag waren es lediglich zwei, am Sonntag sechs. Seit Mittwoch verließ kein sehr großer Rohöltanker die Meerenge. Ein mit Ölprodukten beladener Tanker aus Saudi-Arabien musste am Sonntag umkehren.
Seit dem 6. Juli registrierte die britische Seeverkehrsbehörde UKMTO 27 Geschosseinschläge, durch die Schiffe in und um die Meerenge beschädigt wurden. Das maritime Sicherheitsunternehmen Marisks bewertet das Risiko für iranische Schiffe inzwischen als extrem und für amerikanische oder von den USA eskortierte Schiffe als deutlich erhöht.
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Teheran verlangt Garantien für neue Gespräche
Die USA sichern die verbliebenen Durchfahrten mit ihrer Marine und versuchen zugleich, iranische Ölexporte zu unterbinden. Nach amerikanischen Angaben unterstützen mehr als 20 Kriegsschiffe die Blockade. Bis Sonntag seien 92 Handelsschiffe umgeleitet und drei außer Gefecht gesetzt worden.
Rezaei stellte trotz der Eskalation neue Verhandlungen in Aussicht, äußerte jedoch auch Misstrauen gegenüber den bisherigen Vermittlern Pakistan, Katar und Oman. Diese hätten die im Juni geschlossene Vereinbarung nicht durchsetzen können. „Wir verfolgen jetzt eine Diplomatie mit Garantien“, sagte er.
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte in seinem Telegram-Kanal zugleich, die Zeit „verhältnismäßiger Antworten“ sei vorbei. Auf weitere Angriffe werde Teheran künftig „schneller, schwerer und schmerzhafter“ reagieren.
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