Am Morgen nach der Wahl befragte das Info-Radio des RBB den AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla. Überraschenderweise ging es diesmal um politische Inhalte und nicht um die Grundgesetztreue Chrupallas oder der AfD. Er wurde gefragt, ob die AfD nun wie befürchtet die Wirtschaft des Landes ruinieren werde und somit die Enttäuschung für die Bevölkerung programmiert sei. Chrupalla entgegnete, dass Deindustrialisierung, Insolvenzen und wirtschaftlicher Abstieg mit SPD und CDU einhergegangen seien und nicht mit der AfD. Da hatte Chrupalla einen Punkt gemacht.
Tatsächlich sind die ökonomischen Daten insbesondere für Sachsen-Anhalt miserabel: seit drei Jahren Rezession, sinkende Investitionen, immer mehr Insolvenzen, steigende Arbeitslosigkeit. Auf der anderen Seite nehmen Ausgaben und Verschuldung des Landes weiter zu, ohne aber damit positive ökonomische Effekte zu erzielen. So ist es nur folgerichtig, dass laut Wähler-Analyse die Themen Wirtschaft und Soziales bei den Menschen im Land ganz oben auf der Agenda standen – und sie dabei nicht mehr auf SPD oder CDU vertrauten.
Gesetzt den Fall, Ulrich Siegmund findet einen Koalitionspartner oder einen anderen Weg, um Ministerpräsident zu werden: Was hätte die AfD wirtschaftspolitisch mit Sachsen-Anhalt vor?
Rezession
Wer ist die größere Gefahr für die Wirtschaft – die AfD oder Friedrich Merz und seine Koalition?
Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt wurde vor der AfD als ökonomische Gefahr gewarnt. Doch die Wirtschaft steckt bereits in der Krise. Und CDU und SPD haben keine Lösungen.
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Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt schrumpft seit Jahren: In manchen Landkreisen liegt die Arbeitslosenquote bei über zehn Prozent.
© dpa
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