Sabotage

Weitere Sprengvorrichtungen an Stromnetz in Sachsen entdeckt

Die Polizei hat in Sachsen neun weitere Sprengvorrichtungen an Hochspannungsleitungen gefunden. Der Tatverdächtige ist weiter flüchtig.

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Zuvor waren bereits an einem Umspannwerk unweit des Kraftwerks Jänschwalde in Südbrandenburg Sprengvorrichtungen gefunden worden.

Zuvor waren bereits an einem Umspannwerk unweit des Kraftwerks Jänschwalde in Südbrandenburg Sprengvorrichtungen gefunden worden.

© Frank Hammerschmidt/dpa

Die Polizei in Sachsen hat neun weitere mutmaßliche Sprengvorrichtungen an Hochspannungstrassen entdeckt. Sie befanden sich in unmittelbarer Nähe des Umspannwerks Graustein bei Görlitz, wie das Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft am Montag in Dresden mitteilten. Insgesamt seien in Sachsen damit 21 solcher Vorrichtungen gefunden worden. Die Behörden gehen davon aus, dass sie für Anschläge auf die Stromversorgung aufgestellt wurden.

Bereits am Freitag waren nach entsprechenden Hinweisen erste Vorrichtungen in der Nähe der Umspannwerke Bärwald und Graustein entdeckt worden. Der Polizeieinsatz dauerte bis Sonntag an.

Anschlagsserie in mehreren Bundesländern

Am Dienstag vergangener Woche waren Anschläge auf Umspannwerke bei Jänschwalde in Brandenburg und Bergheim in Nordrhein-Westfalen verübt worden. Weitere verdächtige Vorrichtungen wurden später in Dormagen und Weisweiler entdeckt. Nach Angaben von Polizei und Netzbetreibern wurde mit pyrotechnischen Geschossen leitfähiges Material in Hochspannungsleitungen geschossen, um Kurzschlüsse zu verursachen. In der Umgebung wurden Abschussvorrichtungen gefunden.

Die Anschläge in Bergheim und Jänschwalde führten laut den Ermittlern zu Abschaltungen in Kraftwerksblöcken. Die Stromversorgung sei aber nicht gefährdet gewesen. Die Ermittlungen laufen unter anderem wegen des Vorwurfs verfassungsfeindlicher Sabotage, in Brandenburg zudem wegen Bildung einer Terrorvereinigung.

Öffentliche Fahndung nach 48-Jährigem

Nach dem Tatverdächtigen, einem 48-jährigen Mann aus Nordrhein-Westfalen, wird öffentlich gefahndet. Er soll nach Angaben der Ermittler einige der Taten in Bekennerschreiben zugegeben und mit Kritik an der Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen begründet haben.

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Am Sonntag rückte die Polizei mit Drohnen zu einem Großeinsatz in der Nähe des Hambacher Forsts in Nordrhein-Westfalen aus. Dort war am Freitag auf einem Parkplatz das Wohnmobil des Mannes gefunden worden. Die Brandenburger Polizei teilte mit, dass der Gesuchte inzwischen mit dem Fahrrad unterwegs sein könnte. Gefunden wurde er zunächst nicht. (mit dpa)

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