Bei einem Landeunfall am internationalen Flughafen von Miami sind am Sonntagnachmittag (Ortszeit) mindestens fünf Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Das bestätigten die Sheriffin von Miami-Dade County, Rosie Cordero-Stutz, und die Bürgermeisterin des Bezirks, Daniella Levine Cava, auf einer Pressekonferenz.
Nach Angaben des Flughafens und der US-Luftfahrtbehörde FAA überrollte eine Boeing 767-300 kurz vor 14 Uhr das Ende einer Landebahn. Die Feuerwehr Miami-Dade teilte mit, die Maschine sei anschließend in mehrere Fahrzeuge gerast.
Drei der Verletzten schwebten nach Angaben des Feuerwehrchefs von Miami-Dade, Raied Jadallah, in Lebensgefahr. Mehrere Insassen seien in ihren Fahrzeugen eingeklemmt gewesen, eine Person habe unter einem Auto geborgen werden müssen. Auch Pilot und Kopilot seien zunächst im Cockpit eingeschlossen gewesen. Ob sich die Todesopfer an Bord oder am Boden befanden, blieb zunächst offen, wie die Nachirchtenagentur AP berichtete.
Maschine flog im Auftrag von Amazon
Die Maschine war nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde FAA als Flug 7598 von San Juan in Puerto Rico gestartet. Betrieben wurde sie von der Frachtfluggesellschaft 21 Air aus Miami im Auftrag der Amazon-Frachtsparte Amazon Air. Das Unternehmen 21 Air erklärte auf seiner Website, es sei „am Boden zerstört“ wegen des Unglücks und arbeite mit den Ermittlungsbehörden zusammen.
Amazon-Sprecherin Kelly Nantel teilte mit, das Unternehmen sammle weiter Informationen. Oberste Priorität hätten „die Sicherheit, das Wohlergehen und die Versorgung aller Beteiligten“. Die im Jahr 1994 gebaute Boeing 767-300 hatte laut dem Flugverfolgungsdienst Flightradar24 beim Verlassen der Landebahn eine Geschwindigkeit von 112 Knoten (rund 207 Kilometer pro Stunde).
Flugbetrieb stundenlang unterbrochen
Der Flughafen stellte den gesamten Flugverkehr ein. Nach Angaben eines Sprechers wurden am Abend zunächst zwei der vier Start- und Landebahnen wieder freigegeben. Nach Daten des Portals FlightAware waren mindestens 187 Flüge gestrichen und 266 verspätet. Die FAA rechnete mit Verzögerungen von im Schnitt mehr als sechs Stunden – mitten im verlängerten Wochenende zum US-Feiertag Labor Day.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB entsandte ein Ermittlungsteam unter Leitung ihrer Vorsitzenden Jennifer Homendy. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Bereits im Februar 2019 war eine Frachtmaschine im Auftrag von Amazon in Texas verunglückt, damals kamen alle drei Menschen an Bord ums Leben.
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