Kiez-Serie

Kaputte Brücken, hohe Mieten in Treptow-Köpenick: „Der Mittelstand wird zerstört“

Mit Säbel und Uniform zieht der „Hauptmann von Köpenick“ durch den Bezirk. Die Menschen erzählen ihm, was sie bewegt – von hohen Mieten und ewigen Baustellen.

13 Min
Der Anwalt Thomas Noack besitzt seit zehn Jahren in der Altstadt von Köpenick das Weinhaus. Er sagt, die Politik müsse mehr für die Wirtschaft tun.

Der Anwalt Thomas Noack besitzt seit zehn Jahren in der Altstadt von Köpenick das Weinhaus. Er sagt, die Politik müsse mehr für die Wirtschaft tun.

© Emmanuele Contini/Berliner Zeitung

Der Mann im grauen Uniformrock stapft zielstrebig über die Lange Brücke von Köpenick. An seiner Seite baumelt ein Säbel, auf den Schultern sitzen die Epauletten eines Hauptmanns. Ab und zu lüftet er zum Gruß die Offiziersmütze.

Es ist warm an diesem letzten Dienstag im August, vor allem unter dem dicken Mantel. Der „Hauptmann von Köpenick“ sucht den Schatten, der auf der anderen Seite der Brücke am Schlossplatz wartet.

Neben ihm rauscht der Verkehr über die Brücke, die ab 2029 für einen Neubau weichen soll. Schon heute ist sie ein Nadelöhr. Unter ihm tuckern Motorjachten und Hausboote über die Dahme. Stand-up-Paddler kämpfen sich vor dem Schloss durch die Wellen.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*